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Sarah Netzel

E-Mail

14.11.2005,
16:36 Uhr
 

Ausreichende Aufklärung im Krankenhaus? (Prävention)

Hallo,

ich heiße Sarah Netzel, bin Kinderkrankenpflegeschülerin, und schreibe eine Facharbeit zum Thema "SIDS - Prävention und Aufgabe der Pflege" und mich würde es interessieren,
ob Sie meinen, die Entbindungsstationen, bzw. Neugeboreren-Zimmer, würden ausreichend über die Verhütung von Plötzlichen Kindstod, oder gesundes Schlafen des Kindes unterrichten.
In welcher Form ist das bei Ihnen geschehen? Wurden Broschüren überreicht?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen,

vielen Dank im Voraus,

Sarah Netzel.

Wolfgang P e t e r /S.Bartholomae-Peter

E-Mail

35043 marburg/cappel,
15.11.2005,
19:37 Uhr

@ Sarah Netzel

Ausreichende Aufklärung im Krankenhaus?

Guten Tag,
guten Tag Sarah Netzel,
die Frage ob ausreichende Aufklärung im Krankenhaus bezüglich SIDS besteht können wir mit einem klaren NEIN beantworten !
Als ein Erklärungsgrund u.a. ist festzustellen,daß der plötzliche Kindstod nahezu nicht in der Klinik passiert! Nämlich Zuhause im privaten, elterlichem
Umfeld.(Zumindest außerhalb der Krankenhäser, normalerweise nach der U2).
Ein anderer Grund sind die nicht vorhandenen bzw. größtenteils noch fehlenden Strukturen,um die Präventionsmaßnahmen/politik umzusetzen.
Hier ist zu nennen:
° Konsenzpapier SID-Prävention in Deutschland
° AWWF-Leitlinie PlötzlicherSäuglingstod
° Beschluß der 76. Gesundheitsministerkonferenz(GMK)
Prävention/politik hat erst eine Chance auf nachhaltige Effekte, wenn die entsprechenden Strukturen und Routineabläufe, gerade im Krhs. geschaffen worden sind.
Wir sehen das in den letzten ca.10 Jahren auch die "Schulmedizin" auf den Sudden Infant Death (als häufigste Todesursache bei Kindern im ersten Lebensjahr)sich(wissenschaftlich) konzentriert und verschiedene Experten- sowie Fachleute u.a. alle Berufsgruppen, die in die Behandlung,Versorgung Pflege etc. eingebunden sind,große Anstregungen und Bemühungen unternehmen, um die Aufklärung und Information über den plötzl. Säuglingstod weiter voranzutreiben, gerade an den Personenkreis,welcher direkt involviert ist.
Wir wissen wie lange es dauern kann,besonderst im Krankenhaus mit seinen festen Strukturen, wenn neue Erkenntnisse(Veränderter Umgang mit dem Neugeborenem z.B.)auf einer Entbindungsstation,Neugeborenen-Zimmer etc. dem dortigen ärztl.-und nichtärztl. Personal nahegebracht und umgesetzt werden sollen.
Wir arbeiten selber beruflich seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Universitäsklinika hier in Hessen. In den KiKrankenpfleschulen sind Unterrichsstunden zum Thema SIDS/Trauer u.Verlust vorgesehen,welche von Selbsthilfegruppen(Betroffene),meine Frau referiert über den Bereich SIDS/Trauer+Verlust,gehalten werden sollen.
Unser Landesverband GEPS Hessen e.V. hat z.B.eine landesweite SIDS- Präventionskampagne unter der Schirmherrschaft der Sozialministerin Fr.Lautenschläger auf den Weg gebracht.(Okt.04')Die hessischen Aktivitäten (SIDS-Prävention in Hessen, Dr.W.Evert Offenbach,W.A.Peter GEPS Hessen e.V. Marburg)sind ausführlich im 2.Tagungsband der Experten-und Fortbildungstagung Dresden 02. bis 04.05' nachzulesen, sowie Informationen die dringend in die Facharbeit gehören! Unsere Homepage ist ja schon bekannt, hier noch einige andere Seiten >>www.babyhilfe-deutschland.de,www.babyschlaf.de

susanne bartholomae-peter
GEPS/Hessen,GEPS/Deutschland,Kr.Schw.,Systemische Beraterin u.Therapeutin(SG)
wolfgang a. peter
GEPS/Hessen,Perfusionist/Kardiotechniker(EBCP),Kr.Pfleger

-bitte Bundesland und Inhalte der Facharbeit mitteilen-

Caty

E-Mail

Bochum,
13.12.2005,
08:22 Uhr

@ Wolfgang P e t e r /S.Bartholomae-Peter

Ausreichende Aufklärung im Krankenhaus?

Hallo...

Ich hab da aber mal ein paar Fragen wenn es doch die häufigste Todesursache bei Säuglingen ist muß doch irgendwie eine Aufklärung erfolgen...

Denn im Grunde genommen geh ich in die Klinik um mich operieren zu lassen bekomme ich eine Aufklärung über die Narkose die ich vielleicht für die Notwendige OP brauche, dort sind sämtliche Risken Nach-& Nebenwirkungen aufgelistet...

Ich bin ganz klar der Meinung man sollte Eltern auch wenigstens im Ansatz aufklären und es hat sich doch herausgestellt, wenn man dem glaubt was man liest, des durch aufklärung, die Todesrate gesunken sein soll...

Speziell in meinem Fall war es so des mir der Pathologe sagte des mein Mann und ich zur HochRisikogruppe gehören, da der pl.Säuglingstod in unser beiden Fam. vorkam, des wiederum ist aber für mich als hätte man mich ins offene Messer laufen lassen denn: Mich hat niemand darüber aufgeklärt des ich mein Kind lieber nicht auf den Bauch legen soll, (denn in der Klinik wurd es nicht anders gehandhabt,und mein Sohn wurde auch zudem noch mit einem dicken Kissen zugedeckt).... Kann man denn nicht solche Fragebogen entwerfen wo man jegliche Art von Krankheiten auflistet Erbanlagen evtl etc....

Denn Hätte ich davon vorher gewußt, hätte ich vielleicht dementsprechen mit,dem was geraten wird, keine Bauclage etc,& Monitoring vorbeugen können!!!!!

Iregndetwas muß man doch tun können man kann doch nicht sagen nur weil man keine klaren Vorstellungen hat was da genau passiert (da es ja da viele Theorien gibt) oder warum, des man eine Aufklärung strikt ablehnt!

Zumindest vielleicht Broschüren beim Kinderarzt oder Frauenarzt!

Und zudem des sie sagen das nach wie vor Ärzte & Experten daran arbeiten herauszufinden wie man des vermeiden kann, da frag ich sie jetzt ganz ernsthaft was bitte wollen Experten herausfinden,wenn man lediglich ein paar Fragen dazu gestellt bekommt wie z.B. ob des kind krank gewesen sei ob es sehr viel geschrien hat etc, und die größte Frechheit zudem ist noch was für einen schulabschluß oder welche Einkommensgrenze man hat!
Wenn man sich ein wenig informiert, und auch versch. Postings hier ließt hat sich im Laufe der Jahre nichts verändert,und die Mediziner stehen noch immer auf dem selben stand!
Ich meine im heutigen Zeitalter der Medizin muß es doch irgendwo ansätze geben! Oder lkiegt es am Geld des eine notwendige Forschung nicht ausreichend unterstützt wird?!

Ist es denn nicht langsam mal angebracht Eltern denen dieses Wiederfahren ist eine Erklärung zu geben???
Unser Sohn war kerngesund und ganz ehrlich wie soll ich mit der Tatsache leben des unser Sohn sogesehen an "NICHTS" gestorben ist?!Wie bitte soll man als Vater oder Mutter damit Leben!!!!

Das geht nun nicht pers. gegen sie nur ich bin sehr aufgebracht, darüber des man eben nichts tun kann!

Caty

H. Jorch

E-Mail

13.12.2005,
14:19 Uhr

@ Caty

Ausreichende Aufklärung im Krankenhaus?

Hallo Caty,
Vor ca. 20 Jahren, als wir uns als GEPS gegründet haben, hat man weltweit mit intensiver Forschung zum Plötzlichen Säuglingstod begonnen. Durch die Forschung hat man viel erreicht. Wenn vor 20 Jahren noch ca 3000 Kinder pro Jahr in Deutschland am Plötzlichen Säuglingstod starben, so sind es heute zwischen 300 und 400 pro Jahr in der Bundesrepublik. Vor 20 Jahren starben allein in NRW ca 500 Kinder am SID pro Jahr. Die Zahlen sind nicht von selbst gesunken. Durch intensive Forschung, auch in Deutschland, hat man herausgefunden, dass der Plötzliche Säuglingstod ein multifaktorielles Ereignis ist, d.h. dass dieser Tod durch das Zusammentreffen von vielen verschiedenen Faktoren zustande kommt. Dass man diese Faktoren überhaupt herausfinden konnte, haben wir vielen betroffenen und nicht betroffenen Familien zu verdanken, die alle bereitwillig an diesen Studien teilgenommen haben, die Interviews mit Forschenden mitgemacht haben, die bereitwillig und freiwillig Fragebögen ausgefüllt haben usw. usw. Diesen vielen Eltern möchte ich ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle ausprechen, dass sie sich bereitwillig und freiwillig an diesen Forschungsstudien beteiligt haben. Nur durch ihre Mithilfe sind wir heute in der Lage, Risikofaktoren herauszufinden und zu benennen, die das Risiko für den Plötzlichen Säuglingstod erhöhen, nur durch die Mithilfe vieler Eltern, Ärzte, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und -pflegern und nicht zuletzt der vielen, vielen ehrenamtlichen Mitgliedern der GEPS, die die Forschung angestoßen haben, die die Forschungsergebnisse in Infoschriften zur Aufklärung der Bevölkerung ehrenamtlich umgesetzt haben und mit Hilfe von Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen drucken gelassen haben, die die Politiker auf die Relevanz des Themas aufmerksam gemacht haben und die auch durch die breitflächige Verteilung des Infomaterials in die Bevölkerung für das Bekanntwerden der Risikofaktoren sich eingestzt haben, sind Eltern auf die Risikofaktoren aufmerksam gemacht worden und die Zahlen sind nur s o o o gesunken, n i c h t zufällig.
Dass in vielen Kliniken den Eltern noch nicht die risikoarme Schlafumgebung in den Neugeborenenzimmern und Säuglingsstationen vorgelebt wird und die Eltern nicht im Entlassungsgespräch auf die Risikofaktoren zum SID deutlich angesprochen werden, ist sehr bedauerlich. Das kann man nur ändern, indem man selber in die eigene Entbindungsklinik, zum eigenen Kinderarzt, zum eigenen Gynäkologen geht und sie darum bittet, es in Zukunft mit weiteren Eltern anders zu machen, als man es selbst erlebt hat, indem man diesen Stellen Infomaterial zur Weitergabe an nicht betroffene Eltern vorbeibringt. Wir haben im Raum Dortmund eine sehr aktive Großmutter, die regelmäßig alle Entbindunskliniken und Kinderärzte sowie Gynäkologen aufsucht und ihnen Infomaterial zur Verteilung an Eltern und Plakate zur optimalen Schlafumgebung in die Praxen und auf die Kliniksstationen trägt. Nur durch das Engagement vieler, vieler einzelner werden wir in Deutschland die Zahlen weiter senken können.
Auch wenn niemand in der Welt bisher die Konstellation der Risikofaktoren kennt, die aufeinander treffen müssen, damit es zum Tod kommt, kann man dennoch für jedes einzelne Kind das Risiko senken, wenn alle Risikofaktoren beachtet werden, die man bislang kennt. Den Plötzlichen Säuglingstod ausschließen, können wir damit zwar immer noch nicht, aber es werden weniger Kinder sterben und es wird weniger Eltern, Großeltern und Geschwister geben, die um ein verstorbenes Baby trauern müssen. Das ist eines der Ziele der GEPS (Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod). Wir freuen uns über jeden, der uns bei diesem Ziel mithilft.
Wir freuen uns auch über jeden, der neu betroffenen trauernden Eltern als Ansprechpartner zur Verfügung steht, der vielleicht auch die Verantwortung für Trauertreffen in seiner nächsten Umgebung übernimmt, der zu den Trauertreffen der GEPS als Teilnehmer kommt und sich mit anderen trauernden Eltern und Angehörigen auf solchen Trauertreffen austauscht. Nur so bekommt man das Gefühl, nicht allein zu sein.
Durch Mitglieder der GEPS sind Notfallseelsorger ausgebildet worden, die zu betroffenen Familien in der Akutsituation fahren und ihnen versuchen zu helfen in den ersten schweren Stunden nach dem Tod ihrer Kinder, die dann auch versuchen, den betroffenen Eltern die Kontakte zur GEPS zu geben für die weitere Kontaktaufnahme zu ebenfalls SID-betroffenen Eltern, damit sie sich nicht verloren und allein fühlen müssen mit ihrer Trauer.
Aufklärung von nicht betroffenen Eltern und in der Öffentlichkeit zu betreiben, Forschung anzustoßen und vorwärts zu "treiben" durch Kontakte zu Forschenden und Ansprechpartner für Betroffene zu sein, das sind einige der wesentlichsten Ziele, die wir uns als Elternselbsthilfe (GEPS) gesetzt haben.
Und wir freuen uns über jegliche Form der Unterstützung.

Herzliche Grüße

Hildegard Jorch
Vizepräsidentin der GEPS-Deutschland e.V.

Caty

E-Mail

Bochum,
13.12.2005,
16:12 Uhr

@ H. Jorch

Ausreichende Aufklärung im Krankenhaus?

Hallo Frau Jorch....

Ich wollte bezügkl. meines Postings,weder die GePS und auch keine Intution oder dergl.die dafür sorgen Aufklärung zu leisten zu unterstützen sowie Eltern, Großeltern oder Geschwister unterstützen.

Mir ist schon klar des es einen Menge an Zusammenhalt, Spendengeldern, Mithilfe etc brauch um so etwas zu steuern,insbesondere war damals auch die Broschüre der GePS für uns ein gewisser strohhalm und ich beufe mich darauf sehr oft.

Es ging lediglich darum des ich zum Teil finde des es meist unter den Tisch gekehrt wird, und wenn ich von versch Müttern höre des sich teilweise in 20 Jahren nicht viel getan hat geht des auch nicht gegen die GEPS sondern lediglich an die die dafür zuständig sind es herauszufinden & ich denke für jeden der diesen Fragebogen ausfüllt bezügl den den ich meine der kommt vom Robert-Koch Institut, der Stutzt wenn man gefragt wird was man für einen Schulabschluß oder was man für ein Einkommen hat.
Wie schon erwähnt ich wollte hier niemandem angreifen....

Man stellt sich als Eltern eben nunmal permanent die Frage warum das eigene Kind sterben mußte, & man eben nicht wirklich etwas greifbares das ist das schlimme.

Wenn das falsch herübergekommen sein sollte bitte ich um entschuldigung das war so nicht gemeint.

Caty

Caty

E-Mail

13.12.2005,
19:18 Uhr

@ Caty

Ausreichende Aufklärung im Krankenhaus?

» Hallo Frau Jorch....
»
» Ich wollte bezügkl. meines Postings,weder die GePS und auch keine Intution
» oder dergl.die dafür sorgen Aufklärung zu leisten zu unterstützen sowie
» Eltern, Großeltern oder Geschwister unterstützen.

Der Satzbau stimmte nicht ganz:
Ich meinte mit dem Satz das ich weder die GEPS weder noch eine andere Istutition angreifen wollte, die dafür sorgen das aufklärung betrieben wird, denn wie gesagt für mich & meinen Mann war ihre Broschüre ein Strohhalm... & im Grunde genommen ging es mir auch nur darum was in Klinken, bei Kinderärzten & Gyn. geschieht, den immerhin ist dort ja das geschulte Personal...

Mit Lieben Grüßen Caty

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