GEPS - Gesprächs - Forum

zum Internetauftritt der GEPS-Deutschland e.V.
zur Forums-Ausgangsseite

einloggen | registrieren

Liebe Besucherinnen und Besucher!
Dieses Forum wird von der GEPS-Deutschland e.V. betrieben und finanziert. Die GEPS ist eine Elternselbsthilfeorganisation, die sich nur über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert.
Für Ihre Unterstützung, ob auf finanzielle Art in Form einer Spende oder durch Ihre Mitgliedschaft, sind wir dankbar!
Weitere Informationen über die GEPS und den Plötzlichen Säuglingstod (Plötzlicher Kindstod / SID) finden Sie auf den Internetseiten unter http://www.geps.de.

Wir behalten uns vor, u.a. beleidigende, diskriminierende oder unsachliche Beiträge zu löschen. Falls Sie private Nachrichten dieser Art von anderen Nutzern über das Forum erhalten, teilen Sie uns dies bitte mit.
zurück zur Übersicht
Baum-Ansicht  Mix-Ansicht  Reihenfolge
Merry

E-Mail

Hoyerswerda,
18.08.2005,
10:31 Uhr
 

Stig-Dennis (Trauer)

Hallo, ich habe gestern am 17.08.05 meinen kleinen Sohn durch Kindstod leblos in seinem Bettchen gefunden... Es ist mein zweiter Sohn und ich bin mit meinem Gedanken nur bei dem Anblick des Kleinen und dennoch ist mir irgendwo bewußt, dass er nicht mehr da ist!!! Wie kann man das wirklich verkraften? Doch auch habe ich ein wenig Wut in meinem Bauch...da verliert man sein Kind, sein BABY, und da muss man sich die Kripo ins Haus kommen lassen und die fragen einen krasse Fragen, die man sich in seinen Kopf eingehämmert hat... Die brennen wie Feuer und niemand kann einem dieses Gefühl nehmen!! Mein Sohn war für mich und meine Familie ein Wunschkind, umso schlimmer der Verlust!!! Wenn ich doch nur einen Wunsch hätte ich wüßte sofort wie man mir den erfüllen könnte...

H.Jorch

E-Mail

Münster/Westf.,
19.08.2005,
14:01 Uhr

@ Merry

Stig-Dennis

Hallo Merry,
jedesmal, wenn ich neue Beiträge von Betroffenen lese, fährt mir ein kalter Schauer über den Rücken: schon wieder! Oh nein!!!
Erneut steht die Frage nach dem WARUM im Raum, aber niemand kann sie uns beantworten.

» Hallo, ich habe gestern am 17.08.05 meinen kleinen Sohn durch Kindstod
» leblos in seinem Bettchen gefunden... Es ist mein zweiter Sohn und ich bin
» mit meinem Gedanken nur bei dem Anblick des Kleinen und dennoch ist mir
» irgendwo bewußt, dass er nicht mehr da ist!!!

Es ist wie ein Alptraum. Man denkt, man erwacht gleich, und dennoch weiß man irgendwie, dass es nicht stimmt.

>Wie kann man das wirklich
» verkraften?

Verkraften? Ich weiß es nicht wirklich; ich weiß nur, dass man lernt, damit weiter zu leben. Aber dies geschieht nur langsam; man braucht sehr viel Geduld, auch mit sich selbst, weil man es am Anfang, an dem Du jetzt stehst, gar nicht glauben kann, dass man es schafft.

Doch auch habe ich ein wenig Wut in meinem Bauch...da verliert
» man sein Kind, sein BABY, und da muss man sich die Kripo ins Haus kommen
» lassen

Dass die Kripo kommt, hat nicht mit eigentlichen Verdächtigungen zu tun. Es ist Bundesgesetz. Nur die meisten wissen es nicht. Sie käme auch bei einem plötzlichen und unerwarteten Tod eines Erwachsenen ins Haus.
Schlimm ist, wenn die Kripo nicht sensibel mit einer solchen Situation umgeht und sich die Eltern und Angehörigen durch die Fragen wie Verbrecher fühlen. Das ist aber individuell sehr verschieden. Nicht alle Kripobeamten sind so; Gott sei Dank!
Es gibt Eltern, die die Gespräche mit der Kripo nicht als unangenehm empfunden haben.
Dein Erleben zeigt mir, dass wir als Elternselbsthilfe immer noch gefragt sind, uns in die Schulung der Polizei und der übrigen Berufsgruppen, die in der Akutsituation bei den Angehörigen eintreffen, einzubringen.

> und die fragen einen krasse Fragen, die man sich in seinen Kopf
» eingehämmert hat... Die brennen wie Feuer und niemand kann einem dieses
» Gefühl nehmen!! Mein Sohn war für mich und meine Familie ein Wunschkind,
» umso schlimmer der Verlust!!! Wenn ich doch nur einen Wunsch hätte ich
» wüßte sofort wie man mir den erfüllen könnte...

Wenn Du magst, kannst Du mich anrufen und wir können über die nun vielen anstehenden organisatorischen Dinge auch sprechen: Beerdigung, wie gestalte ich sie, was habe ich für Möglichkeiten; soll ich das Geschwisterkind mitnehmen oder nicht und wie dann; gibt es für mich Zuschüsse zu den nun anstehenden Kosten; wird mein Kind untersucht, was sagen die Untersuchungen vielleicht über eine mögliche Ursache aus, die medizinisch wichtig ist usw.usw......
oft hilft auch schon ein Telefonat, über die Erlebnisse der letzten Tagen und Stunden zu sprechen, diese ein wenig erträglicher werden zu lassen. Ich habe im Internet geschaut, wo dein Wohnort liegt; leider zu weit weg von Münster, sonst hätte ich dir einen Besuch angeboten; leider habe ich auch keinen Ansprechpartner in unserer Eltern-hlefen-Eltern-Liste, der in der Nähe von Dir wohnt; sonst wäre er/sie vielleicht zu dir gekommen.
Dein kleiner Sohn ist gestorben, dies ist geschehen und keiner kann dieses Geschehen löschen oder rückgängig machen; leider nicht, keiner kann wirklich trösten, aber das Gefühl nehmen, dass Du nicht alleine bist, dass es Menschen gibt, die zu dir stehen, ein Fünkchen Hoffnung zu erhalten, das später wieder zu einer lodernden Flamme werden kann, das kann man erreichen, wenn man sich mit Menschen austauscht, die zuhören, die nachempfinden können, die auch ein Stück weit, manchmal auch nur durch das Telefon oder durch E-Mails den Alltag mitzutragen versuchen.....

Liebe Merry,
ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit und wenn du das Gefühl hast, du brauchst jemanden außerhalb deiner Familie, mit dem du reden möchtest, mit dem du auch jetzt anstehende organisatorische Dinge besprechen möchtest, ruf mich einfach an 0251/862011

Ganz liebe Grüße aus Münster

Hildegard Jorch

Simone

E-Mail

88326 Aulendorf,
22.08.2005,
19:54 Uhr

@ Merry

Stig-Dennis

Hallo Merry,

es tut mir sehr leid für Euch. Ich kann mir denken, was ihr im Moment für eine schreckliche Zeit durchmachen müsst.
Auch wir haben am 28.07. unseren kleinen Engel Tim im zarten Alter von 28 Tagen verloren.
Zum Glück durften wir 4 wunderschöne Wochen mit ihm erleben.
Andererseits bin ich froh, dass ich mich nicht länger an ihn gewöhnt habe, denn dann wäre die Entwöhnung noch schlimmer.
Mir scheint es im Moment, als ob alles nur ein "Urlaub" - ein Traum, der wie eine Seifenblase zerplatzt ist - gewesen wäre.
Ich habe auch die Erfahrung mit der Kripo gemacht; mit den Notärzten, die in vor Ort noch zusammenschreiben, was sie ihm alles noch gegeben haben, damit auch ja die Rechnung stimmt...während du schockiert neben deinem toten Kind stehst und eigentlich allein sein willst.
Ich weiss nicht, wie man über sowas hinwegkommt. Ich spüre nur, dass Tim ganz nah bei mir ist und mir Kraft gibt, mit unserer Trennung fertig zu werden. Hör ganz tief in Dich rein und du wirst eine gewisse Ruhe spüren, die dir sagt, dass alles gut ist. Dein Dennis will dir das bestimmt sagen - du musst es nur zulassen.
Ich sag mir jeden Tag aufs neue, dass Du Dich über die schönen Tage freuen musst, die Du mit ihm haben durftest.

Nun habe ich noch eine Frage an Dich: war das Obduktionsergebnis SID ?
Bei Tim haben wir nun erfahren, dasseine eindeutige Todesursache nicht gefunden wurde. Aufgrund eines auffälligen Herzbefunds (deutlich vergrößert und verdickt wirkende rechte Herzkammer) sollte von einem kardial bedingten Tod ausgegangen werden. Der Kinderarzt sagt aber, er meine, es wäre ein plötzlicher Kindstod gewesen...

Ich wünsche Dir auf jeden Fall für die nächste Zeit viel Kraft.
Schau nach vorne und vor allem - schau, dass du etwas isst und von allem auch trinkst.

Liebe Grüße

Simone + Tim

Merry

28.08.2005,
17:42 Uhr

@ Simone

Stig-Dennis

Hallo Simone,

ich habe erstens von der Kripo und danach vom Bestatter, der bei der Obduktion dabei war, einen eindeutigen Befund bekommen. Es war SIDS!!! So unbegreiflich das alles noch für uns ist, wir wissen, er ist bei uns und wird es immer bleiben. Trotzalledem hätte ich ihn lieber in menschlicher Form bei mir...... Aber ich glaube das ist der Wunsch eines jeden der so etwas durchmachen musste!? Jeder weiß, es muss irgendwie weitergehen, so schwer es auch ist, schlimmer noch wenn ein großer Bruder da ist, der dann ab und zu Fragen stellt. Und ich sagte mal einen Tag zu unserem Bestatter: "So schön wie es auch ist, dass so viele Menschen zu einem kommen, und Beileid wünschen und ihre Hilfe anbieten...am Ende haben wir nur einen Wunsch, und der bleibt mit ganz großer Sicherheit unerfüllt!"

Merry

sabine

E-Mail

Köln,
30.08.2005,
13:41 Uhr

@ Merry

Stig-Dennis

Hallo Merry,
Ich kann gut verstehen wie Du dich jetzt fühlst.Auch ich habe vor 13 Monaten meine kleine Tochter im alter von 4 Monaten verloren.Ich wollt am liebsten selber sterben.... so eine tiefe Trauer hatte ich zum damaligen Zeitpunkt.Mir hat aber das reden über diesen verlust meiner kleinen sehr geholfen und ich war richtig froh das immer jemand für mich da war.Auf dieser Seite habe ich wieder neunen Lebensmut bekommen und bin heute im 5.Monat schwanger.Es wird mich nie über den verlust hinweg trösten aber ich habe wieder neuen Lebensmut gefasst und freue mich auf unser 2.Kind sehr, obwohl die angst immer noch da ist es wieder zu verlieren.Ich hoffe du hast einen starken Partner an deiner Seite der Dir viel... unterstütung gibt, du kannst jede Hilfe gebrauchen.Ich hoffe auch das Du genug Kraft für deinen großen Jungen!Halte ihn und deinen Partner kann fest das ist eine schwere Zeit für euch aber so blöd es auch klingt du wirst auch wieder lachen können.Vielleicht denkst du ja irgendwann mal über ein weiteres Kind nach, mir hat es sehr geholfen!!!!ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft in der schweren Zeit.
Liebe Grüße Sabine

zurück zur Übersicht
Baum-Ansicht  Mix-Ansicht  Reihenfolge
GEPS - Gesprächs - Forum | Kontakt | Impressum
5952 Einträge in 1127 Gesprächsfäden, 1004 registrierte Benutzer, 1 Benutzer online (0 registrierte, 1 Gäste)
Script by Alex  ^