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Katrin_DD(R)

05.02.2006,
11:52 Uhr
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006 (Trauer)

Hallo Ihr Lieben,

mein Name ist Katrin und ich habe meine Tochter Louisa zwei Tage vor ihrem ersten Geburtstag am 26.01.2006 um 07.30 Uhr tot in ihrem Bettchen aufgefunden. Es ist für mich bzw. uns unbegreiflich und das WARUM kann uns wohl nie jemand erklären. Sie war eine ENGEL. So lebenslustig und freundlich. Zur Zeit versuchen wir irgendwie damit klar zu kommen. Die Vorwürfe bzw. Schuldgefühle werden wohl immer bleiben. Es ist einfach leer in uns. Am Freitag, 10.02.2006 ist das "Blumenfest" (ich find das Wort Beerdigung so schlimm). Wir haben zum Glück auch eine Psychologin die uns betreut sowie viele Freunde und Familie die uns zur Seite stehen.

Traurig Grüße aus Dresden
Katrin

Andrea Schmoll

E-Mail

58762 Altena,
05.02.2006,
13:03 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Katrin,
ersteinmal möchte ich Dir sagen wie leid es mir tut was Ihr im Moment durchmachen müßt.

Mein Name ist Andrea und ich bin die Mama von Lasse der im August05 zu den Sternenkinder gegangen ist.
Ich kann Dich sehr gut verstehen wie es Dir geht,aber Du darfst dir keine Schuld geben.
Ich habe das auch gemacht,aber es ist von niemanden die Schuld und schon garnicht von Dir.
Du hast alles für Dein Kind getan,das darfst Du nie vergessen.
Ich weiß das ist leicht zu sagen und ich wollte das am Anfang auch nicht hören.
Wir gehen im Moment auch zu einem Therapeuten und uns hilft es mit ihm darüber zureden,ich finde es gut das ihr so schnell den Weg dort hingefunden habt,bei uns hat es länger gedauert,weil wir erst dachten wir schaffen das alleine aber es ist nicht so.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie für die schweren Tage die jetzt kommen alles Gute und ganz viel Kraft.
Wenn es Dir hilft darüber zu reden meld dich einfach ich hab immer ein offenes Ohr.

Alles Liebe
Andrea

PS.Wir treffen uns heute abend zum chatten um 21.00 bei www.kummernetz.de,vielleicht hast Du ja Lust,wenn Dir das schreiben hilft.
Du findest uns im Sternenkinderraum.

Katrin_DD

E-Mail

01189 Dresden,
05.02.2006,
13:14 Uhr

@ Andrea Schmoll
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Andrea,

danke für deine schnelle Antwort. Es ist zur Zeit wirklich schlimm. Die ersten Tage haben wir im Schockzustand irgendwie überstanden, doch jetzt kommt langsam die Gewissheit, dass es tatsächlich vorbei ist. Die Kleine war unser Engel und die Angst wird uns immer begleiten, dass soetwas wieder passieren kann. Natürlich hätten wir gern noch ein Kind, aber es wird kein Kind der Welt unserer Louisa ersetzen können. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie es sein soll, bei unserem nächsten Kind. Ich werde immer die schrecklichen Bilder beim Auffinden der Kleinen am Donnerstag morgen vor mir haben. Die Angst wird sicher unser ständiger Begleiter sein. Ich möchte niemals wieder so etwas durchmachen müssen. Das Leben geht irgendwie weiter doch das Loch wird sich bestimmt so schnell nicht schließen.

Wie geht es dir??? Wann lässt der Schmerz nach???

DANKE und viele Grüße
Katrin

Nico*

05.02.2006,
14:05 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Karin,

ich möchte Dir auch sagen wie unendlich leid mir das alles für Euch tut. Ich selbst habe meinen Sohn Moritz vor einigen Wochen genau am 24.12.2005 verloren. Kurz vor seinem ersten Geburtstag.
Auch wir fragen uns täglich warum und was wir hätten anders machen müssen um das Schreckliche verhindern zu können. Ich komme aber immer wieder auf die gleiche Antwort: Nichts! Wir haben bereits einen Sohn von fast 4 Jahren und nichts was wir getan haben war bei Moritz anders. Und trotzdem glaube ich immer wieder das ich es hätte verhindern können. Der Schmerz läßt nach und dann wird er wieder schlimmer. Ich tröste mich mit einigen guten Sätzen die mir hier von den Lieben Menschen die ich im Forum kennenlernen durfte geschreiben wurden: Steffi sagt immer: Gott ruft seine besten und schönsten Engel zuerst zu sich! Ich glaube daran denn sonst drehe ich durch!
Es ist so unfaßbar das es auch noch Kinder im Alter von Louisa und Moritz trifft und es ist so unfair dass es uns trifft! Aber das einzige was mir hilft ist zu glauben das es seine Bestimmung war und ein guter Freund von mir vertritt die Meinung das die Seele bevor sie auf die Welt geht mit dem Sonnenengel die Lebensadauer aushandelt. Moritz und Louisa sollten nicht länger bei uns sein aber sie haben in der kurzen Zeit so viel Liebe bekommen wie niemand sonst sie Ihnen hätte geben können.

Ich würde mich ebenfalls freuen wenn wir uns heute abend im Chat treffen.
Karin reden hilft, finde ich, am besten.
Wir hier haben alle das selbe Schicksal und dadurch ist das Verständnis füreinander so extrem hoch.

Ich wünsche euch alle Kraft und Liebe die Ihr in dieser schweren Zeit braucht und wenn ich Dir helfen kann schreibe einfach!
Liebe Grüße Nicoletta

Katrin_DD(R)

05.02.2006,
22:20 Uhr

@ Nico*
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Nico,

danke für die netten Worte. Eine Freundin gab mir auch einen guten Spruch: Als Gott im Himmel seine Englein zählte und feststellte, dass einer fehlte, kam er auf die Erde und wählte. Bloß da stellt sich mir die Frage wieso wählte er ein gesundes Kind, was nichtmal seinen ersten Geburtstag feiern durfte. Ich denke das WARUM wird sich mir immer stellen und niemand wird eine Antwort finden. Ich tröste mich viel damit, dass sie ein richtig glückliches Kind war und jede Minute ihres Lebens genossen hat. Auch wenn es verdammt kurz war. Ich schaue mir gern Videos von unserer Louisa an, so kann ich sehen, wie schön es war. Wir zünden jeden Abend in ihrem Zimmer Kerzen an, damit sie uns sehen kann. Ich glaub einfach daran, dass der Körper nur eine Hülle ist und die Seele der kleinen Maus schon längst unterwegs ist in fremde Welten und uns hoffentlich oft besuchen wird. Am Freitag ist das "Blumenfest" und der Kleinen ihre Urne kommt zu meinem Opi mit ins Grab, so übergebe ich sie wenigstens einem der liebesten Menschen dieser Welt. Für mich ist das ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Viele Grüße
Katrin

Andrea Schmoll

E-Mail

58762 Altena,
05.02.2006,
14:18 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Katrin,

ich kann Dir nur schreiben wie es bei uns war.Die ersten Monate war es wirklich so das wir dachten der Schmerz wird nie besser und es wird immer weh tun den die Leere die unser kleiner Mann hinterlassen hat,kann keiner schließen.
Wir konnten froh sein das wir unsere Tochter(4) noch haben, den für sie ging das "normale Leben" weiter.Ich glaube ohne sie hätten wir uns erstmal aufgegeben.Am Anfang war es so das wir darauf gewartet haben das die Tür auf geht und unser Lasse wieder da ist,aber es passierte nichts.Die Tage bis zur Beerdigung waren sehr schlimm,da unser Sohn noch zur Obduktion musste.War das bei Euch auch?

Am Tag der Beerdigung war ich erstmal nur froh das er wieder da war,und ich ihn jeden Tag besuchen konnte.
Dann fing es an das ich ihn schrecklich vermisste und ich ungerecht und gemein allen Leuten gegenüber würde, die mir im Grunde gut wollten.

Aber ich kann Dir sagen es wird mit der Zeit besser nicht jeder Tag ist ein schlechter Tag und es gibt viele Tage wo Du nur dankbar bist das Louisa deine Tochter ist.Genauso gut gibt es Tage wo die Trauer wieder so groß ist das man glaubt aus dem tiefen Loch nicht wieder rauszukommen.Mir hat dann das schreiben mit Müttern geholfen denen es genauso ging wie mir.
Ich habe hier im Forum sehr liebe, nette Muttis gefunden.Und immer wenn es dem einen nicht gut geht ist der andere für einen da.
Da ist schön,den manchmal kann Dich keiner besser wie sie verstehen.


Ich bekomme die Bilder wie ich Lasse gefunden habe auch nach fast 6 Monaten nicht aus meinem Kopf und oft genug frage ich mich auch "Was wäre wenn"aber diese Frage kann Dir keiner beantworten.

Es hat mal eine Mutter zu mir gesagt"Unsere Kinder waren was besonderes und hatten eine besondere Aufgabe"und "der liebe Gott holt seine besten Engel als erstes zurück in den Himmel".


Alles Liebe
Andrea

Katrin_DD(R)

07.02.2006,
10:11 Uhr

@ Andrea Schmoll
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Andrea,

bei mir ist es ähnlich, wenn ich hier im Forum bin oder auch am Sonntag im Chat, dann geht es mir wirklich besser, wenn ich aber dann wieder in ihrem Zimmer bin, dann ist es richtig hart... Ich sage ihr jeden Abend "Guten Nacht" und rieche an ihrem Schlafsack... Kerzen brennen bei uns sowieso überall... Auch in der Stube haben wir auf dem Hochstühlchen wie einen Altar eingerichtet mit Bild, Blumen und Kerzen... Ich will sie einfach immer in meiner Nähe haben... Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich jetzt einfach wieder arbeiten gehe, aber Jens (der Papa von unserem Engel) meinte auch, sie hätte es nicht gewollt, wenn wir uns einigeln und einfach nicht weitermachen... Ich erinnere mich auch sehr viel an die glücklichen Zeiten, die wir einfach mit ihr erleben durften... Sie hatte ein perfektes Jahr und wir können froh sein, dass wir wenigstens dieses Jahr mit ihr genießen durften... Ich hätte ihr gern noch mehr von dieser Welt gezeigt und sie hätte ein so glückliches Leben weiterhin gehabt... Eine Freundin von mir meinte, die Kleine wäre an irgendeiner Stelle mehr gebraucht worden als von uns... Aber wer braucht ein Kind mehr, als seine Eltern???... Wir werden den Sinn dahinter hoffentlich irgendwann finden und verstehen...

Viele Grüße aus Dresden
Katrin und ihr Engel "LOUISA"

Andrea Schmoll

E-Mail

58762 Altena,
07.02.2006,
10:34 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Katrin,
es ist schön von Dir zu hören und ich muss Dir mal sagen das ich es ganz toll finde das Du schon so stark bist und am Sonntag beim Chat warst.Hut ab!!!

Auch das Du schon wieder arbeiten gehst,finde ich klasse,Dein Mann hat schon Recht wenn er sagt Eure Louisa hätte das nicht gewollt,wenn Ihr Euch einigelt.
Wir sagen uns immer wenn wir uns mal einigeln was durchaus vorkommt"Na warte ab wenn wir bei Lasse ankommen dann gibt es erstmal Ärger",denn das hätte er nicht gewollt.
Bei uns ist es ähnlich wie bei Euch,wir haben auch den ganzen Tag eine Kerze neben dem Bild von unserem kleinen Mann brennen und es stehen dort immer frische Blumen.Alle anderen Sachen hat mein Mann kurz nach Lasse's Tod weggeräumt,ich habe den Schlafsack und einen Schlafi von ihm bei mir im Bett liegen.

Wie geht es Deinem Mann?Sie gehen doch irgendwie mit der Sache ganz anders um wie wir Mutti`s.

Falls wir bis Freitag nichts mehr voneinander hören wünsche ich Euch viel Kraft und alles Liebe in Gedanken bin ich bei Euch.

Fühl dich gedrückt und nochmals alles Liebe

LG

Andrea

Lisa Klawitter

E-Mail

05.02.2006,
19:48 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Katrin,

auch ich gehöre zu den Betroffenen. Wir haben am 05. März letzten Jahres auf die gleiche Weise unseren Sohn Felix verloren. Er wäre ein paar Tage drauf 4 Monate alt gworden, die Taufe war schon vorbereitet und alle waren voller Vorfreude. Aber er sollte wohl auch nicht so sein. Unsere Tochter ist jetzt 3 1/2 Jahre alt und so hatten auch wir einen guten Grund weiter zu machen. Ich kann Dir nur versprechen, es wird wohl besser werden, aber es kommen immer wieder ganz schlimme Tage.
Bei uns steht nun der Todestag an, wir haben den unvermeidlichen 1. Geburtstag hinter uns, aber auch Weihnachten war nicht ganz einfach. Trotzdem gibt es auch Tage, an denen man versucht der Welt nicht nur mehr böse zu sein und auch die schönen Seiten wieder entdecken kann, wenn es auch immer noch ganz anders ist als vorher.
Ich bewundere Euch, dass Ihr jetzt schon die Therapie in Angriff genommen habt, ich habe mich bis heute nicht damit anfreunden können.

Wir fühlen mit Dir

ganz liebe Grüße


Lisa

Katrin_DD(R)

05.02.2006,
22:13 Uhr

@ Lisa Klawitter
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Lisa,

danke für deine netten Worte. Ich bin richtig froh, dass wir eine Psychologin an unserer Seite haben. Sie betreut speziell Eltern, die ihre Kinder verloren haben und ist selber auch betroffen gewesen. Es ist schön mit Leuten zu sprechen, die auch so etwas durchgemacht haben. Wir haben zwar sehr viele Freunde und auch eine große Familie, aber es ist schön auch zu sehen, dass andere auch betroffen sind und dieses schwere Schicksal gemeistert haben. Ich mache mir jetzt manchmal Gedanken um ein Folgekind. Ich glaub diesen Schmerz würde ich nicht noch einmal durchstehen. Die Angst wäre sicher mein ewiger Begleiter. Wie ist das bei Euch???

Viele Grüße
Katrin

Caty

E-Mail

Bochum,
06.02.2006,
09:44 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Katrin...

Ich bin Csty und auch ich hab meinen Sohn im August´05 verloren einen Tag bevor er 4 Monate wurde, wie es bei Dir war, hab auch ich mit meiner Kleinen Tochter(3Jahre) meinen Sohn morgens in seinem Bettchen Tod aufgefunden.

Die Schuldgefühle die Du dir machst sind nicht berechtigt, kommen aber zum Teil immer mal wieder durch weil das Warum nicht beantwortet werden kann.
Wir haben unsere Situation bis jetzt gut gemeistert, waren bzw sind zwar nicht in psychologischer Betreuung aber wenn etwas ist können wir immer unseren Seelsorger Kontaktieren und wir sind sehr dankbar dafür.

Im Grunde kam bei uns durch unsere Tochter, der Alltag bzw das was man noch Alltag nennen kann zurück, wobei unsere Kleine daran ganz arg zu knacken hat. Und dafür allein haben wir an erster stelle weiter gemacht, in der ersten Zeit ist das schwer.
Es ist schön das Du schreibst, ich für mich kann sagen das mir das immer sehr hilft,hier im Forum sind alle ganz lieb und man weiß halt das man verstanden wird.
Ich kenne es von mir das manchmal Tage kommen an denen ich zu gar nichts Lust habe, wo ich einfach nur weine und das Gefühl hab das ich einfach nur existiere so vor mich her lebe.

Die Angst um ein Folgekind wird vermutlich immer bleiben, ich hab z.B. wenn meine Tochter schläft auch immer Angst seh ständig nach ihr,hab sie auch schon mal dadurch geweckt,jetzt kann man natürlich denken ich spinn,aber ich versuch mich immer selbst dabei zu erwischen wenns mal wieder ausartet und mich dann auch zurückzuhalten, das ist eben diese Angst.

Auch ich hab wie Du den wunsch wieder ein Baby zu bekommen, aber die Angst wird immer bleiben, glaube ich, vielleicht kann dir deine Psychologin ein paar Ratschläge geben?

Fühl dich einfach mal gedrückt.
Liebe Grüße Caty

Katrin_DD(R)

07.02.2006,
09:13 Uhr

@ Caty
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Caty,

auch dir vielen Dank für deine netten Worte... Ich bin total gerühert, dass ich so viele Antworten von betroffenen Müttern bekomme... Mir tut das richtig gut zu sehen, dass auch andere solch ein Schicksal erlebt haben und trotzdem nach vorne schauen und weiter machen... Am Freitag ist nun unser "Blumenfest"... Gestern haben wir uns deshalb nochmal mit dem Seelsorger zusammengesetzt... Ich habe etwas Angst vor diesem Tag... Aber ich denke, man sollte einfach alles auf sich wirken lassen und den Tag auch irgendwie versuchen zu "genießen"...

Bis bald und nochmals vielen DANK

Katrin aus Dresden

Nico*

06.02.2006,
11:39 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Katrin,

wie gestern im Chat schon gesagt, ein Folgekind würde niemals unsere Engel ersetzten und soll das auch nicht in der Form aber ich bin sicher ein Bab würde wieder "Licht ins Dunkel" bringen.
Ich wollte immer zwei Kinder haben und jetzt möchte ich sogar lieber noch mehr.
Ich kann ebenso wie Du nicht verstehen warum andere Kinder in schrecklichen Familien leiden müssen oder Kranke nicht gehen dürfen und unsere lieben gesunden und glücklichen Kinder müssen fort. Aber es muß ein Sinn dahinter stecken und sicher haben gerade unsere Kinder noch wichtige Aufgaben vor sich. Unser Kinder sind eben etwas besonderes.

Wie ich gestern schon erzählt habe, Spirale ist seit ein paar Wochen raus. Jetzt muß nur noch der Körper und der Geist wollen. Damit tue ich mich gerade schwer. Aber wenn wir bereit sind dann wird es schon klappen.

Ich schicke dir einen ganzen Haufen positiver Gedanken
Liebe Grüße Nicoletta

Dorit

E-Mail

Berlin,
06.02.2006,
18:25 Uhr

@ Nico*
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Katrin,

erstmal möchte ich dir nochmal sagen, wie leid es mir tut das auch du deine Tochter hergeben mußtest.
Bei uns ist es jetzt am 10.2. genau 4 Monate her das unser Sonnenschein Ravin, im Alter von 15 Monaten, zu den Engeln gehen mußte.
Auch wir wünschen uns nichts sehnlicher als wieder ein Baby zu bekommen, wenn da nicht diese wahnsinnige Angst wäre. Ich glaube man wird nie wieder so unbeschwert die Zeit mit so nem kleinen Würmchen geniessen können. Das Geschehene wird sich wohl in vielen Momenten in den Vordergrund drängen.
Ich merke ja auch wie beschi.... es mir geht wenn es Abend wird und ich meine Tochter ins Bett gebracht habe. Ich gehe so oft zu ihr und schaue nach ob alles ok ist. Eigentlich ist sie mit ihren fast 3,5 Jahren aus dem Risikobereich raus, aber ich verlass mich auf nix mehr.
Also, wir werden sehen wie und wann die Natur und mein Körper dazu bereit sind wieder für Nachwuchs zu sorgen.

Ich wünsche dir für die nächste Zeit und vor allem für Freitag ganz ganz viel Kraft und alles Gute.
Ich weiß das du es schaffen wirst, du bist ne echt starke Frau.

Liebe Grüße von Dorit mit Jamila an der Hand und Ravini für immer fest im Herzen

Katrin_DD(R)

07.02.2006,
10:00 Uhr

@ Dorit
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Dorit,

auch dir vielen Dank für deine Anteilnahme... Es ist total schön, zu wissen, dass andere für einen da sind, denen auch solch ein Schicksal wiederfahren ist... ICh habe auch schreckliche Angst, dass soetwas wieder passieren könnte und ich vertraue auch keinen Statistiken und Wahrscheinlichkeiten, denn für uns sind 100% eingetreten... Klar ist es gut zu hören, dass die Häufigkeit der Sterberate gesenkt wurde, aber uns hilft das nicht wirklich weiter... Wir haben alles beachtet, was nur ging und trotzdem ist unsere Tochter zwei Tage vor ihrem ersten Geburtstag von uns gegangen... Vielleicht werden wir irgendwann einmal einen Sinn dahinter finden... Eine Mutti hat mal gesagt: "Wäre mein Sohn nicht gegangen, hätte ich nie meine Tochter kennenlernen dürfen."... Diese Mutti wollte wohl auch so wie wir immer nur ein Kind... Das heißt ja nicht, das man eins mit dem anderen ersetzen will, aber ich fand den Gedanken schön... Vielleicht wird das bei uns auch so, halt nur anders herum, da wir ja ein wunderschönes Mädchen hatten...

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es auch bei Euch bald wieder funktioniert und das wir es schaffen unsere Angst irgendwie in den Griff zu bekommen... Aber das ist wahrscheinlich einfacher gesagt, als getan...

Bis bald hoffentlich

Katrin und ihr Engel "LOUISA"

Katrin_DD(R)

07.02.2006,
09:51 Uhr

@ Nico*
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Nico,

ich glaub wir lassen uns auch noch etwas Zeit... Ich glaub, wenn man erstmal etwas Abstand gewonnen hat geht das schlechte Gewissen dann auch vorbei... Aber Du hast Recht, es wäre wieder ein Lichtblick... Zur Zeit überwiegt aber noch die Trauer und die Leere, die einfach in uns ist, seit die Kleine nicht mehr bei uns ist... Wir haben einen Hund und sind auch froh, dass wir wenigstens noch etwas Verantwortung haben und somit auch gezwungen sind viel an die Luft zu gehen und einfach weiterzumachen... Ich bin auch diese Woche schon wieder im Büro, einfach um mich abzulenken so gut das eben geht... Das Telefon klingert hier fast gar nicht mehr... Ich glaub einige Leute wissen auch nicht so recht, wie sie mir gegenübertreten sollen...

Sei ganz lieb gedrückt... Vielen vielen Dank für deine aufmunternde Worte...

Katrin und ihr Engel "LOUISA"

Lisa Klawitter

07.02.2006,
13:19 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Katrin,

Du wirst feststellen, dass wir uns fast alle sehr über ein Folgekind freuen würden, bei mir hat es bisher leider noch nicht geklappt. Allerdings werden wir natürlich die Zeit mit einem Kleinkind nicht mehr so unbeschwert empfinden können und Angst wird immer da sein. Da gibt es aber Hilfe in den Krankenhäusern und spezielle Geräte, die uns dann zur Seite stehen könnten.
Aber bei Dir ist das Ganze ja sehr frisch. Lass Dir ruhig Zeit, um vorher auch in Gedanken noch richtig Abschied nehmen zu können von Deiner Tochter.

Also, ganz liebe Grüße und viel Kraft wünscht Dir



Lisa

K.Frenzel(R)

E-Mail

Wedemark,
06.02.2006,
20:58 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

hallo

von mir auch erstmal herzliches beileid

mein sohn ging vor 5 jahren es tut nicht mehr die ganze zeit weh
ich werde ihn immer in meinem herzen tragen das ist klar aber es wird besser umsoöfter man darüber spricht vorallen dingen mit menschen denn das gleiche passirt ist die verstehen einen am bessten
und eins ist klar unsere kinder werden immer bei uns sein
ich habe heute 2 gesunde töchter bei der großen habe ich mich sehr verrückt gemacht beim der zweiten wurde es besser und heute kann ich meinen kinder auch mal aus den augen lassen ohne panik zubekommen (mußte ich auch erst lehrnen)
kristin mit sternenkind sean

Katrin_DD(R)

07.02.2006,
10:15 Uhr

@ K.Frenzel
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Kristin,

deine Worte machen mir Mut... Wir werden auf alle Fälle auch noch Kinder haben... Das weiß ich jetzt schon, auch wenn wir noch ein bisschen Zeit einfach auch für uns noch brauchen werden...

Hast du deine beiden Töchter an solch einem Monitor verkabelt??? Ich könnte mir das als Hilfe um einfach ruhiger zu schlafen schon vorstellen, aber wenn dann ständig diese Alarme losgehen sollten ist das bestimmt grausam...

Vielen Dank und viele Grüße

Katrin und ihr Stern "LOUISA"

K.Frenzel(R)

E-Mail

Wedemark,
07.02.2006,
20:16 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

hallo

freut mich das dir meine worte mut machen ja ich hatte bei beiden kinder den monitor ich bin froh das ich sie nicht mehr habe sie waren einfach eine quall
die stendigen fehlarlarme haben mich nur noch verrückter gemacht bei der großen habe ich ihn abgemacht wo sie krabeln konnte und bei der kleinenhabe ich das teil kanns schnell verbant die monitore sind gerade am anfang toll wo die kleinen sich noch nicht all zuviel bewegen vorallen dingen waren und sind meine kinder alle bauch schläfer man sollte sich nicht zwingen diese dinger bis zum ultimo dran zulassen nur weil es ein arzt sagt jeder muß für sich enscheiden wann der zeitpunkt gekommen ist das ding zu verbannen ich ratte keinem vom monitoring ab das steht mir nicht zu ich ratte aber jeder last den monitor nicht heer eures lebens werden.
schöne grüße kristin

Hildegard Jorch(R)

E-Mail

Münster,
07.02.2006,
13:25 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo liebe Katrin
es tut mir sehr leid, dass Ihr Eure kleine Tochter Louisa auch auf diese Weise verlieren mußtet. Die Schuldgefühle, die Du ansprichst, haben viele Eltern, immer wieder kommt die Frage auf "Was hätte ich tun können, damit es nicht passiert?" Was ich Dir jetzt sage, ist total theoretisch, aber ich glaube, diese Frage ergibt sich einfach daraus, dass wir als Eltern die Verantwortung für die Gesundheit eines so kleinen Kindes tragen und spüren. wenn dann etwas so Schreckliches opassiert wie der Tod, dann ergibt sich zwangsläufig die frage "Was hätte ich tun können, damit es nicht passierte". Eine Antwort darauf kann uns nur unser Kopf aus der Sachlage geben, dass wir alles getan haben für unser Kind, was wir als gut und richtig empfunden haben und damit nichts getan haben zum Schaden, sondern nur zum Wohlergehen des Kindes. Damit können wir keine Schuld haben. Der "Bauch" läßt sich nur langsam überzeugen, aber mit der Zeit und vor allem auch über den Austausch mit anderen betroffenen Eltern gelingt auch das.
Ich finde es gut, dass Du Dich so schnell hier im Forum gemeldet hast und danke auch allen, die sich an diesem Forum beteiligen und neubetroffene Eltern auf diese Weise durch intensiven Austausch untereinander versuchen zu stützen und zu tragen.
Diese Tage sind sicher sehr schwer für Dich. Warum Louisa jetzt schon nach knapp einem Jahr dieses Leben hier verlassen mußte, wird wahrscheinlich niemals beantwortet werden können.
Die Frage nach dem "Warum" steht im Raum, vielleicht aber auch die Frage, wo ist Louisa jetzt? Geht es ihr gut? Ist sie jetzt auch traurig, nicht mehr bei uns zu sein, oder schaut sie glücklich zurück auf ihr Leben und ist jetzt auch glücklich. Ich bin überzeugt davon, das letzteres beides zutrifft.

Als ich 1991 auf einem internationalen Kongress zum Plötzlichen Säuglingstod in Stavanger (Norwegen) war, habe ich eine Meditationssession mitgemacht. Es wurde uns die Geschichte vom Sommerland vorgelesen. Alle Anwesenden, egal welchen Glaubens sie waren, konnten bis auf den letzten Satz, der sehr christlich geprägt ist, diese Geschichte als Hoffnungsträger akzeptieren. Ich selber habe sie auf vielen Beerdigungsfeiern für SID-verstorbene Kinder vorgelesen oder auch betroffenen Eltern zum Trost und eventuell zum Einsatz in Feiern für das verstorbene Kind geschickt.

Ich hoffe, diese Geschichte kann Dich auch ein wenig trösten und Dir die Sicherheit geben, dass es Deiner kleinen Tochter gut geht dort, wo sie jetzt ist.

Herzliche Grüße aus Münster

Hildegard Jorch

---
Präsidentin der GEPS- Deutschland e.V.
Vorsitzende der GEPS-NRW e.V.

Hildegard Jorch(R)

E-Mail

Münster,
07.02.2006,
13:28 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hier ist die Geschichte vom Sommerland für Dich und Jens, den Papa von Louisa und für alle, die sie als betroffene lesen, als Fünkchen Hoffnung für die Zukunft:


>> Die Geschichte vom Sommerland (Variante)

Der Tod macht uns alle sehr verwundbar. Ein Kind zu verlieren gehört zum schwersten, was uns widerfahren kann.
Die Trauer ist eine sehr beschwerliche Wanderung, zu der wir all unsere Hoffnung und Lebenskraft brauchen, emotional wie körperlich.
Vielleicht kann die Geschichte vom Sommerland helfen, sich auf den Weg der Trauer zu machen – zur Hoffnung.

Ich weiß nicht, wie ich Dir das erzählen soll. Denn es ist kein Märchen, und gleichzeitig ist es doch so etwas wie ein Märchen. Es ist niemals passiert, und doch passiert es immer wieder. Es handelt von jemand, den du gekannt hast, und doch handelt es von keinem, den du kennst.
Direkt neben dir ist ein Tal, das du nicht sehen kannst. Du siehst es nicht, bis du dich selbst in diesem Tal befindest. Und wenn du in diesem Tal bist, weißt du erst, dass du dort gewesen bist, wenn du nicht mehr dort bist.
Ich meine das Dunkle Tal. Manche nennen es auch den Tod, aber ich habe es immer nur das Dunkle Tal genannt. Und zwar deshalb, weil man hindurchgehen muss. Und wenn du hindurchgegangen bist, dann bist du nicht mehr so, wie dich deine Mama, dein Papa, deine Brüder, Schwestern, Nachbarn und Freunde in Erinnerung haben. Du wirst anders im Dunklen Tal, und davon will ich dir gerne ein wenig erzählen.

Das Dunkle Tal befindet sich die ganze Zeit direkt neben dir, du siehst es bloß nicht. Du siehst das Dunkle Tal erst in dem Augenblick, in dem du es betreten musst, und das ist, wenn du stirbst.
Das ist ein bisschen schwierig zu erklären. Aber wenn Menschen sterben, dann machen sie sozusagen einen Schritt neben sich selbst, und dann sind sie auf einmal im Dunklen Tal. Sie können nicht selber bestimmen, ob sie hineinwollen oder nicht, und keiner kann sie aus dem Dunklen Tal zurückholen. Der Weg im Dunklen Tal führt nur in eine Richtung. Du kannst dich nicht mehr einfach umdrehen und umkehren, wenn du erst einmal im Dunklen Tal bist.

Am Anfang ist das dunkle Tal einfach finster. Und es kann sein, dass die, die es durchwandern, ein bisschen weinen. Denn es kann wehtun, wenn man sich plötzlich neben sich befindet, im Schatten des Tales.
Ich sage Schatten, weil das Tal nicht ganz finster ist. Wäre es pechschwarz, dann wäre es ja unmöglich, sich darin zurechtzufinden. Aber es gibt ein Licht im Dunklen Tal. Davon will ich Dir später erzählen.
Aber wenn die, die dort laufen, immer weiter hineinkommen, hören sie auf zu weinen. Ich glaube, dass sie sozusagen vergessen, warum sie geweint haben. Sie vergessen, dass sie einen Schritt neben sich selbst gemacht haben. Sie merken bloß, dass der Weg plötzlich ein bisschen nach oben ansteigt. Und dann sehen sie immer mehr von dem Licht.

Jetzt will ich dir vom Licht im Dunklen Tal erzählen.
Aber ich kann nichts über das Licht sagen, ohne dir von dem zu erzählen, der immer wartet. Ich nenne ihn einfach „Der Immer Wartet“. Denn das ist es, was er tut: er wartet immer.

Dort, wo das Tal aufhört, beginnt eine große Wiese. Diese Wiese nennt man, die Sommerwiese, weil dort immer Sommer ist.
Jetzt denken sicher einige, dass es langweilig ist, wenn auf der Sommerwiese immer Sommer ist. Denn es gibt Leute, die den Frühling oder den Winter oder den Herbst lieber haben als den Sommer.

Aber in dem Land, das am Ende des dunklen Tals liegt, ist vieles anders als hier bei uns. Da kommen die Jahreszeiten nicht nacheinander, wie du und ich es gewohnt sind. Nein, in diesem Land liegen die Jahreszeiten nebeneinander. Auf der einen Seite der Sommerwiese liegen die Frühlingsgärten, auf der anderen Seite befindet sich ein großer Park, der heißt Herbstfeld. Und dahinter kannst du direkt in den Winterwald gehen.

Du verstehst also vielleicht, dass du in diesem Land selber wählen kannst, in welcher Jahreszeit du am liebsten sein möchtest. Du kannst direkt von der Sommerwiese in den Winterwald gehen oder in die Frühlingsgärten. Und wenn du Hunger hast, machst du einfach einen kleinen Spaziergang zum Herbstfeld und pflückst dir eine schöne Birne oder Apfelsine. Das alles kannst du an einem einzigen Tag machen. Übrigens ist in diesem Land niemals Nacht, es ist dort immer Tag.


Das Dunkle Tal führt also direkt auf die Sommerwiese. Ich glaube, das muss so sein, weil es so gut tut, ins warme Sommerland zu kommen, wenn du durch die Schatten des Tales gegangen bist. Da fühlst du dich ganz schnell mollig warm.
Es gibt übrigens viele Leute, die legen sich erst einmal eine Weile hin und schlafen, wenn sie auf der Sommerwiese angekommen sind. Sie lassen sich einfach ins Gras fallen, und selbst wenn sie direkt in der Sonne liegen, kriegen sie keinen Sonnenbrand. Es wird ihnen einfach warm, und sie träumen etwas Schönes.


Aber jetzt darf ich nicht vergessen, mehr über den zu erzählen, der immer wartet. Er ist nämlich der Allerwichtigste.
Er steht immer am Ausgang des Dunklen Tales. Seine Augen schweifen suchend durch die Schatten. Denn er wartet auf alle, die durch das Tal kommen.
Zusammen mit ihm stehen drei Engel da. Die Engel sollen ihm helfen und stehen bereit, um alles zu tun, was er ihnen sagt.
Der erste heißt Engel des Lichtes.
Wenn Du schon einmal am Meer warst, dann hast du bestimmt schon einen Leuchtturm gesehen. Ohne Leuchtturm wissen die Schiffe nicht, wie sie fahren sollen, um sicher voranzukommen. Und der Engel des Lichtes ist fast so etwas wie ein Leuchtturm.
„Komm, ich hör jemanden“, sagt Der Immer Wartet zum Engel des Lichts. Dann stellt der Engel des Lichtes sich in den Ausgang des Dunklen Tales und lässt seine Fackel weit in die Finsternis hineinleuchten.
Die durchs Dunkle Tal kommen, sehen das Licht. Und sie wissen, wohin sie gehen sollen.


„Psst“, sagt Der Immer Wartet, „Ich höre die Schritte eines kleinen Kindes. Engel des Lichtes, strahl heller! Leuchte wärmer und zeig dem Kind den Weg!“
Und jedes Mal, wenn ein ganz kleines Kind ankommt, geht der Engel des Lichtes ganz in das Dunkle Tal hinein. Das Licht ist so stark, dass die Schatten verschwinden. Dann ist es taghell im Dunklen Tal.
Das kleine Kind sieht das Licht und läuft ihm fröhlich entgegen.
Da lächelt Der Immer Wartet.
Er streckt dem Kind die Arme entgegen. Aber das kann das Kind noch nicht sehen, weil das Licht so hell ist, und weil das Kind noch tief im Dunklen Tal ist.


Dann ruft Der Immer Wartet den zweiten Engel herbei. Das ist der Engel der Hoffnung.
Hoffnung ist etwas, was dich fröhlich macht, damit du wieder Lust bekommst, im Dunklen Tal weiterzugehen.
Der Immer Wartet weiß, dass das kleine Kind von der langen Wanderung leicht müde wird. Deshalb bittet er den Engel der Hoffnung zu kommen und auf seiner Flöte zu spielen.
Wenn der Engel auf der Flöte spielt, dann ist das so, als ob alle Singvögel der Welt in dieser Flöte wohnen. Und wenn er spielt, dann flattern sie mit seiner schönen Melodie weit hinaus.
Sie fliegen ganz weit, bis hin zu dem Kind, das durchs Dunkle Tal wandert. Dann fängt das Kind an, sich zu erinnern. Es denkt an den Sommer und an die Vögel. Es denkt daran, wie es gespielt und gekuschelt hat, wie es fröhlich gewesen ist.


Wenn das Kind die Flötenmusik hört und das Licht sieht, dann denkt es vorwärts und dann spürt es: „Ich muss mich beeilen, damit ich dahin komme, wo die Musik herkommt. Denn da gibt es einen Ort, wo ich mich sehr freuen kann. Da ist der Sommer und die Freude und die Wärme.“
Das Kind beginnt schnell zu laufen. Die Füße, die so müde waren, kriegen wieder richtig neue Kraft.


Aber wenn das Kind noch sehr klein ist, dann kann es sein, dass es nicht so weit laufen kann. Selbst wenn der Engel des Lichtes so hell wie möglich strahlt, selbst wenn der Engel der Hoffnung so laut und schön spielt, wie er nur kann – es kann doch passieren, dass das Kind müde wird und nicht mehr laufen will.
Vielleicht setzt es sich hin, um auszuruhen. Vielleicht schläft es auch ein.
Weißt du, was dann geschieht? Dann geht Der Immer Wartet selbst in das Dunkle Tal hinein. Er ist der einzige, der fähig ist, den Weg zurückzugehen und die abzuholen, die kommen. Ja manchmal geschieht es auch, dass ganz kleine Kinder sterben, die noch gar nicht laufen gelernt haben. Dann muss Der Immer Wartet durch das ganze Tal laufen, um sie zu holen. Und dann trägt er sie ganz behutsam durch das Dunkle Tal und legt sie ganz vorsichtig ins Gras der Sommerwiese.


Während er durchs Dunkle Tal geht, singt er.
Wenn die Kinder schlafen, singt er Wiegenlieder, und wenn sie wach sind, singt er fröhliche Lieder. Die handeln von dem, was es auf der Sommerwiese, in den Frühlingsgärten, im Winterwald und auf dem Herbstfeld an schönen Dingen gibt.


Das Kind sieht, wie er ihm entgegenkommt, aus derselben Richtung, aus der das Licht kommt. Dann hat das Kind keine Angst mehr. Es weint auch nicht mehr, es ist gar nicht mehr traurig. Denn das Kind spürt genau, dass der, der aus dem Licht kommt, Gutes bringt.

---
Präsidentin der GEPS- Deutschland e.V.
Vorsitzende der GEPS-NRW e.V.

Katrin_DD(R)

08.02.2006,
18:18 Uhr

@ Hildegard Jorch
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Frau Jorch,

ich bin total überwältigt von der Geschichte... Ich habe mir extra richtig viel Zeit genommen diese zu lesen... Die Tränen flossen nur so dahin... Aber es hat richtig gut getan... Ich glaube eh fest daran, dass unser Körper nur eine Hülle ist und die Seelen einfach weiterleben (vielleicht ja auch glücklicher)... Unsere kleine Louisa konnte zwar leider noch nicht laufen, aber ich denke auf der Sommerwiese hätte sie es spätestens auch gelernt... Ich stelle sie mir momentan vor, wie sie barfuß auf der Wiese tollt... Sie wird immer unser Sonnenschein bleiben und vielleicht werden wir eines Tages den Sinn dahinter entdecken...

Vielen Dank für Ihre Geschichte...

Katrin und ihr Engel "LOUISA"

Hildegard Jorch(R)

E-Mail

Münster,
07.02.2006,
13:28 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

In dem Augenblick, wo Der Immer Wartet sich bückt und das Kind hochhebt, da lächelt ihn das Kind an. Ich glaube fast, das Kind erkennt ihn wieder, obwohl es ihn niemals vorher gesehen hat. Das ist so, als ob sich das Kind nun doch ganz tief zurückerinnert, wie es früher in die Arme genommen worden ist. Es denkt daran, dass schon einmal jemand da war, vor langer, langer Zeit, der es sehr lieb gehabt hat, der es in den Arm genommen hat, gestreichelt und ganz sanft getragen hat. Das Kind war schon einmal an einem Ort, wo es singen und spielen konnte und ganz ruhig schlafen, wenn es müde war.

Ich glaube, du verstehst, wo das war. Das war zu Hause bei seinen Eltern, bei denen es gewohnt hat, bis es den Schritt zur Seite gemacht hat. Daheim bei dem Kind ist jetzt alles ganz traurig, da weinen sie alle, und keiner kann sie trösten. Und deswegen muss ich dir von dem erzählen, Der Immer Wartet.
Er nimmt das Kind ganz behutsam in seine Arme und trägt es. Dabei schläft das Kind ein, da bin ich ganz sicher- Es schläft und träumt davon, wie es ins Licht getragen und in die warme Sonne gelegt wird, auf die Sommerwiese. Und wenn es aufwacht, dann ist das alles wirklich so. Denn genau das ist ja passiert.


Der Immer Wartet sitzt neben dem Kind. Er ist immer wach. Und das macht er, weil er auf alle wartet, die kommen. Darum steht er ja da, wo das Dunkle Tal aufhört und die Sommerwiese anfängt. Aber wenn ein kleines Kind zum ersten Mal im Gras auf der Sommerwiese schläft, setzt er sich direkt neben das Kind und passt auf, obwohl es auf der Wiese gar nichts Gefährliches gibt.
Wenn das Kind aufwacht, sieht er es an und lächelt. Er streichelt mit seinen Händen das Gesicht des Kindes, und seine Hände sind warm und leicht wie die Flügel eines Schmetterlings.


Da sieht das Kind, dass Der Immer Wartet weint. Große Tränen tropfen aus seinen Augen. Das Kind erinnert sich nicht mehr, warum man weint, denn auf der Sommerwiese gibt es keinen, der weint. Da gibt es nur Spiel und Gesang und Freude. Aber jetzt weint das Kind zusammen mit dem, der immer wartet. Es weint und weiß selber nicht, warum.
Du und ich, wir wissen, warum das Kind weint. Es weint, weil es nicht mehr da ist, wo es früher immer war: daheim bei Mama und Papa, bei Oma und Opa. Aber das weiß das Kind ja nicht mehr. Nur wir weinen, wenn ein anderer einen Schritt zur Seite gemacht hat und gestorben ist. Wer durch das Dunkle Tal gegangen ist, hat alles Weinen und alle Schatten hinter sich gelassen.
Aber Der Immer Wartet weiß noch, wie es früher war. Er kennt uns, auch wenn wir noch am anderen Ende des dunklen Tales wohnen. Darum weint er zusammen mit uns. Und er trocknet die Tränen des Kindes und macht, dass das Kind wieder lächelt.


Jetzt ist es soweit, dass der dritte Engel kommt. Der Immer Wartet ruft diesen Engel niemals herbei. Das braucht er nicht, weil der Engel immer von selber kommt, wenn Der Immer Wartet weint. Dann kommt der Engel und schmiegt sich ganz eng an den, Der Immer Wartet, so nah, dass die Tränen auf den Engel niedertropfen, ja so nah, dass der Engel ganz bestimmt hören kann, wie dem, Der Immer Wartet, das Herz schlägt.
Dieser Engel heißt Engel des Trostes.
Der Immer Wartet redet niemals mit dem Engel des Trostes. Aber sobald der Engel des Trostes ganz nah bei ihm war und seine Tränen und seinen Herzschlag gespürt hat, geht der Engel des Trostes weiter. Er geht so sanft und so leise, dass du ihn fast nicht hören kannst. Aber wenn er bei d i r war, hörst du nach einer Weile auf zu weinen. Und vielleicht hörst du dann eines Tages, dass der Engel der Hoffnung für D i c h spielt.

Nachdem der Engel des Trostes gegangen ist – und ich glaube, du weißt jetzt, wo er hingeht – sitzt Der Immer Wartet noch lange bei dem Kind.
Und ich glaube, das Kind krabbelt in seinen Schoß. Und vielleicht schläft es ein bisschen und träumt noch ein wenig, bevor es ganz aufwacht.
Der Immer Wartet sieht das Kind an.
„Du bist.Louisa.“, sagt er
Da erinnert sich Louisa an ihren Namen. Sie richtet sich auf und nimmt den, der immer wartet, bei der Hand.
„Und du bist Jesus“, sagt sie laut. Und dann lässt sie seine Hand los und springt barfuss und glücklich hinaus auf die Sommerwiese.>>

Herzliche Grüße aus Münster

Hildegard Jorch

---
Präsidentin der GEPS- Deutschland e.V.
Vorsitzende der GEPS-NRW e.V.

Mareike

E-Mail

Augsburg,
07.02.2006,
14:41 Uhr

@ Hildegard Jorch
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Katrin,

immer wenn ich lese und höre, dass so ein kleiner Sonnenschein von uns gegangen ist, bekomme ich einen großen Kloß im Hals. Es tut mir unendlich leid für Dich und Deine Familie.

Ich bin nur indirekt betroffen. Meine beste Freundin hat vor 3 Jahren auch auf diese Art ihren Schatz verloren. Aber, was ihr geholfen hat, war eine Geschichte, die so ählich wie die von Hildegard ist. Und obwohl wir beide nicht religiös sind, glauben wir, dass es nach dem Tod weitergeht und dass es dort tausendmal besser ist, als hier und dass wir dort alle unsere Lieben wiedertreffen werden. Die zweite große Hilfe waren ihre Freunde. Wir haben Stunden mit Gesprächen verbracht und manchmal haben wir uns einfach ein paar Bilder von ihrem kleinen Liebling angeschaut und dazu Erinnerungen ausgetauscht. Bitte nutzt auch diese Möglichkeit Euch helfen zu lassen. Echte Freunde sind manchmal auch sehr gute Psychologen und eine gute Möglichkeit Euch Halt zu geben.

Obwohl es sehr schwer ist, versucht von den Selbstvorwürfen weg zu kommen, denn ihr habt mit Sicherheit nichts falsch gemacht. Solange es keine eindeutigen Ursachen gibt (die zweifelsfrei bewiesen sind), solange können die Eltern auch nichts falsch machen.

Meine Freundin ist jetzt wieder stolze Mutter. Sie ist trotz der Trauer, die immer noch in ihr wohnt, glücklich. Es gibt immer wieder Tage (vor allem der Geburtstag und Weihnachten), an denen ihr die Tränen kommen, aber es scheint eine andere Art von Trauer zu sein. Ich kann es nicht beschreiben, da ich es nicht selbst erlebt habe. Ich merke es nur als Außenstehende.

Viele liebe Grüße an Dich und Deinen Mann
Mareike

Katrin_DD(R)

08.02.2006,
18:35 Uhr

@ Mareike
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Liebe Mareike,

wir haben zum Glück auch so viele liebe Freunde wie Du eine bist... Speziell meine Freundinnen kümmern sich rührend um mich... Es ist vielleicht meines Erachtens noch wichtiger bzw. genauso wichtig als wie mit einem Psychologen zu sprechen, wenn man weiß, dass es viele Freunde gibt, die einfach nur da sind... Es gibt ein schönes Gedicht von Marie-Luise Wölfing "Dankbar sein":

Dankbar sein

Dankbar bin ich für alle,
die mir jetzt nicht ausweichen.

Dankbar bin ich für jeden,
der mir einmal zulächelt
und mir seine Hand reicht,
wenn ich mich verlassen fühle.

Dankbar bin ich für die,
die mich immer noch besuchen,
obwohl sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen.

Dankbar bin ich allen,
die mir erlauben von
dem Verstorbenen zu sprechen.
Ich möchte meine Erinnerung
nicht totschweigen.
Ich suche Menschen,
denen ich mitteilen kann, was mich bewegt.

Dankbar bin ich denjenigen,
die mir zuhören,
auch wenn das, was ich zu sagen habe,
sehr schwer zu ertragen ist.

Dankbar bin ich allen,
die mich nicht ändern wollen,
sondern geduldig annehmen,
wie ich jetzt bin.

Dankbar bin ich allen,
die mich trösten
und mir zusichern,
dass ich nicht alleine bin.

(Marie-Luise Wölfling)

Viele Grüße aus Dresden

Katrin und ihr Engel "LOUISA"

Nico*

07.02.2006,
22:48 Uhr

@ Hildegard Jorch
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Hildegard,

das ist wirklich eine wunderschöne Geschichte!
Vielen Dank auch von meiner Seite.

Grüße Nicoletta

Caty

E-Mail

Bochum,
08.02.2006,
11:12 Uhr

@ Hildegard Jorch
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Das ist wirklich wunderschön geschrieben....

Mit Lieben Grüßen Caty

oma conny

E-Mail

11.02.2006,
01:47 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

» Hallo karin dd

es tut mir leid aber es ist schwer die richtigen worte zu finden aber ich versuche es mal

heute war eurer blumenfest ich hoffe es geht euch soweit gut und hab es mit eurer familie gut überstanden

der schmerz ist tief es endsteht immer ein loch aber ihr dürft nicht in so ein loch selber fallen

wir hier im forum wissen alle wovon wir hier reden

ich bin die oma vom luca der kleine engel von steffi

mann fühlt sich leer aber die herzen sind voll mit schönen erinnerunge

die müsst ihr euch hervor holen fotos und soweiter

vorallem wenn einem zum weinen ist dann macht es

reden das hilft auch die väter oder grosseltern trauer auch wenn manch einer es nicht so zeigen kann den jeder hat so seine art zu trauern

es war schön das du in den chat gefunden hast da haste mit bekommen das jeder für jeden da ist

ich kann euch den schmerz und kummer nehmen aber versuche euch ein wenig kraft über diesen weg rüder zugeben und wenn es nur ein hauch ist

aber auch ich denke an eure kleine louisa eurer kleiner engel

bis bald mal

eure oma conny

luca für immer im herzen
»
»

oma conny

E-Mail

11.02.2006,
01:54 Uhr

@ oma conny
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

» » Hallo katrin dd
»
» es tut mir leid aber es ist schwer die richtigen worte zu finden aber ich
» versuche es mal
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» heute war eurer blumenfest ich hoffe es geht euch soweit gut und hab es mit
» eurer familie gut überstanden
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» der schmerz ist tief es endsteht immer ein loch aber ihr dürft nicht in so
» ein loch selber fallen
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» wir hier im forum wissen alle wovon wir hier reden
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» ich bin die oma vom luca der kleine engel von steffi
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» mann fühlt sich leer aber die herzen sind voll mit schönen erinnerunge
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» die müsst ihr euch hervor holen fotos und soweiter
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» vorallem wenn einem zum weinen ist dann macht es
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» reden das hilft auch die väter oder grosseltern trauer auch wenn manch
» einer es nicht so zeigen kann den jeder hat so seine art zu trauern
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» es war schön das du in den chat gefunden hast da haste mit bekommen das
» jeder für jeden da ist
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» ich kann euch den schmerz und kummer nicht nehmen aber versuche euch ein wenig
» kraft über diesen weg rüder zu geben und wenn es nur ein hauch ist
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» aber auch ich denke an eure kleine louisa eurer kleiner engel
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» bis bald mal
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» eure oma conny
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» luca für immer im herzen
» »
» »

Katrin

E-Mail

Dresden,
11.02.2006,
17:56 Uhr

@ oma conny
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo Oma Conny,

vielen lieben Dank für die Nachricht... Es hätte gestern nicht "schöner" sein können (das Blumenfest)... Wir hatten viele bunte Luftballons udn bunte Flyer mit Bildern und Sprüchen von unserem Schatz gedruckt und ausgegeben... Die Lieder waren super, auch der Seelsorger hat einen sehr schöne Rede gehalten, wenn nur der Anlass nicht so verdammt schmerzhaft wäre... Wir waren anschließend noch einen Baum pflanzen.. ICh werd wohl nie wirklich begreifen, was passiert ist... Ich denke fast jede Minute an unseren Spatz, zünde überall Kerzen an, wo es nur geht, höre sie manchmal husten (grad in den Abendstunden, wenn sie in ihrem Bettchen geschlafen hat) und spreche auch sehr oft zu ihr... Zum Glück haben wir noch einen Hund und viele liebe Freunde und Familie, sodass wir immer gezwungen sind weiterzumachen, an die Luft zu gehen, arbeiten zu gehen und einfach weiterleben, auch wenn ich eher der Meinung bin zur Zeit "funktioniere" ich halt irgendwie... Obwohl grad solche Geschichten, wie die vom Sommerland helfen mir sehr und in meiner Fantasie lacht und lebt der Schatz einfach weiter und ist mindestens so glücklich wie bei uns... Da sie das Grab mit meinem Opa teilt (zum Glück) stell ich mir auch oft vor, dass sie jetzt einfach gemeinsam alles "da oben" unsicher machen... Die Gedanken bringen mich sogar manchmal zum schmunzeln...

Viele Grüße aus dem verschneiten Dresden

wünscht Katrin und ihr Engel "LOUISA"

Heike - Petra Lippert

E-Mail

hillerse,
13.02.2006,
23:45 Uhr

@ Katrin_DD
 

Tod unserer Tochter Louisa am 26.01.2006

Hallo liebe Katrin,
auch ich möchte Dir sagen, wie leid es mir tut, dass Du Deinen Sonnenschein hast gehen lassen müssen. Im April ist es 11 Jahre her, wo ich mich von meinem Sohn plötzlich verabschieden mußte. Nach dem Tod von Sebastian habe ich in den letzten 11 Jahren noch 4 Kinder zur Welt gebracht. Vor ihm waren schon 2 Kinder da. Wenn Sebastian nicht gestorben wäre, hätte ich wahrscheinlich nicht soviele Söhne bekommen. ( alles Jungs ) - Auch wenn keines der nachfolgenden Kinder Sebastian ersetzen kann, war es für mich wohl ein Ventil, meine Mutterliebe ab zu geben, an ganz viele die sie noch benötigen. Und in jedem meiner nachgeborenen Söhne lebt ein Teil von Sebastian.
Ich möchte Dir damit nicht sagen, dass Du nun ganz viele Kinder zur Welt bringen sollst. - Auf gar keinen Fall - Aber Du brauchst keine Angst davor zu haben, Dich mit dem Gedanken aus einander zu setzen, nochmal Kinder zu bekommen. In jedem Deiner Kinder, die Du noch bekommen wirst, lebt ein Teil von Louisa. Und das tut gut.
Lieben Gruß Heike Lippert

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