GEPS - Gesprächs - Forum

zum Internetauftritt der GEPS-Deutschland e.V.
zur Forums-Ausgangsseite

einloggen | registrieren

Liebe Besucherinnen und Besucher!
Dieses Forum wird von der GEPS-Deutschland e.V. betrieben und finanziert. Die GEPS ist eine Elternselbsthilfeorganisation, die sich nur über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert.
Für Ihre Unterstützung, ob auf finanzielle Art in Form einer Spende oder durch Ihre Mitgliedschaft, sind wir dankbar!
Weitere Informationen über die GEPS und den Plötzlichen Säuglingstod (Plötzlicher Kindstod / SID) finden Sie auf den Internetseiten unter http://www.geps.de.

Wir behalten uns vor, u.a. beleidigende, diskriminierende oder unsachliche Beiträge zu löschen. Falls Sie private Nachrichten dieser Art von anderen Nutzern über das Forum erhalten, teilen Sie uns dies bitte mit.
zurück zur Übersicht
Baum-Ansicht  Tabellen-Ansicht
Sascha(R)

02.10.2011,
18:06 Uhr
 

Sids weiter Kinder? (Trauer)

Hallo ich bin Familienvater und habe meinen Sohn im Juni an Sids verloren.
Meine Frau und meine Kinder wünschen sich ein weiteres Kind, doch ich habe meine Zweifel daran ob ich es nochmal schaffe.Diesen Tag als ich meinen Sohn gefunden habe werde ich nie vergessen, ich konnte Ihn mir noch nicht mal mehr anschauen als er in seinem Sarg lag,daß hat meine Frau alleine machen müssen.Ich habe mich im Krankenhaus von Ihm verabschiedet und ich konnte Ihn mir nicht nochmal anschauen.
Ich hoffe hier vielleicht Eltern bzw Väter zu finden die das auch erleben mussten und den Mut zu weiteren Kindern gehabt haben oder haben.Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.Was spricht dafür und was dagegen?
Ich danke fürs zuhören und hoffe jemanden zu finden der mir Rat geben kann.
Gruss Sascha

Lustikus(R)

13.11.2011,
20:48 Uhr

@ Sascha
 

Sids weiter Kinder?

» Hallo ich bin Familienvater und habe meinen Sohn im Juni an Sids
» verloren.
» Meine Frau und meine Kinder wünschen sich ein weiteres Kind, doch ich habe
» meine Zweifel daran ob ich es nochmal schaffe.Diesen Tag als ich meinen
» Sohn gefunden habe werde ich nie vergessen, ich konnte Ihn mir noch nicht
» mal mehr anschauen als er in seinem Sarg lag,daß hat meine Frau alleine
» machen müssen.Ich habe mich im Krankenhaus von Ihm verabschiedet und ich
» konnte Ihn mir nicht nochmal anschauen.
» Ich hoffe hier vielleicht Eltern bzw Väter zu finden die das auch erleben
» mussten und den Mut zu weiteren Kindern gehabt haben oder haben.Ich weiß
» nicht wie ich damit umgehen soll.Was spricht dafür und was dagegen?
» Ich danke fürs zuhören und hoffe jemanden zu finden der mir Rat geben
» kann.
» Gruss Sascha

Hallo Sascha!

Wir haben dasselbe erlebt und uns FÜR ein (vielleicht sogar 2) weitere Kinder entschieden. Ausschlaggebend dafür war die Aussage einer Professorin aus Münster, die bei uns war und viele Fragen beantwortet hat. Sie sagte ganz klar, dass es KEIN höheres Risiko nachfolgender Kinder gäbe, sofern die Empfehlungen eingehalten und die Risikofaktoren minimiert würden. Rauchen z.B. die Eltern (ganz schlimm während der SS) ist das Risiko um 25% höher, da wir beide nicht rauchen ist das schonmal ausgeschlosen.

Wenn Du möchtest, kann ich die Kontaktdaten von der Dame geben, die kann Dir da bestimmt auch Tips geben!

Liebe Grüße
Stefan

Hildegard Jorch(R)

E-Mail

Münster,
25.01.2012,
02:16 Uhr

@ Lustikus
 

Sids weiter Kinder?

Hallo Stefan,
je nachdem welche internationale Studie man sich anschaut, werden andere Aussagen zum Risiko nachfolgender Kinder getroffen als Euch erzählt worden ist; von daher möchte ich nicht einer einzigen Aussage allein Glauben schenken und setze mich in jedem Fall dafür ein, dass nachfolgende Kinder ohne Kosten für die Eltern überwacht werden können. Vielfach wird die Verordnung eines Gerätes Eltern für ein nachfolgendes Kind seit ca 2-3 Jahren verweigert genau auf der Schiene, die Du angesprochen hast: Da ein Kind, das während der Schwangerschaft stark (> 10 Zig/Tg) beraucht wurde, nicht medizinisch überwacht wird, werden nachfolgenden Kindern auch keine Geräte verordnet, da ihr Risiko auch nach einigen Studien unter dem eines stark berauchten Kindes liegt. Für mich ist das kein Kriterium. Wenn man per se schon weiß, dass nachfolgende Kinder ein erhöhtes Risiko haben, finde ich es unzumutbar, Eltern die Verordnung eines Überwachungsgerätes zu verweigern mit einer solchen Begründung.
Hinzu kommt, dass die Überwachung für die meisten Eltern keine Belastung, sondern eher eine Entlastung bei ihrer bestehenden Realangst ist, die leider oft als Überbesorgnis und Panikmache abgetan wird, statt die Eltern mit ihren Kindern ernst zu nehmen.

Liebe Grüße aus Münster

Hildegard Jorch

---
Präsidentin der GEPS- Deutschland e.V.
Vorsitzende der GEPS-NRW e.V.

Lustikus(R)

25.01.2012,
22:05 Uhr

@ Hildegard Jorch
 

Sids weiter Kinder?

Hallo,

ich habe selbst auch schon oft über das höhere Risiko gelesen und mich über ihre Äußerung gewundert. Nur was hat diese Dame davon, an der Stelle zu lügen?
Die Forschungsgruppe rund um sie wird von der EU finanziert, sie persönlich hat doch gar nichts davon, Eltern den Monitor auszureden...

Nichtsdestotrotz überlegen wir natürlich ob wir einen nehmen. Unser Nachbar ist Medizingeräteelektroniker und repariert und verkauft auch unter anderem solche Monitore. Er hat selbst noch 2 auf Lager und wir werden mal einen testen an uns und vielleicht an unserem Großen, sofern wir merken dass er kein Problem damit hat. So hat man dann schonmal die Abmessungen etc. gesehen und ob man damit klar kommen würde.

Liebe Grüße
Stefan

Manuela Krebs(R)

18.12.2011,
16:52 Uhr

@ Sascha
 

Sids weiter Kinder?

Hallo Sascha,
auch ich möchte euch Mut zu einem (oder mehrern) weiteren Kindern machen.
Nach dem Tod unseres Sohnes haben wir noch zwei "Nachfolgekinder" bekommen.
Beide Mädchen waren mit Monitorüberwachung unauffällig. Hanna, die ältere,
haben wir auch im Schlaflabor eine Nacht überwachen lassen, auch hier ohne
Befund. Die Angst bekommt man nicht einfach aus dem Kopf, aber die Untersuchung
und die Monitorüberwachung haben uns eine gewisse Sicherheit gegeben.
Unsere letzte Tochter, Celina, war dann auch noch mal ein Kind zum "genießen",
bei Hanna hatten wir sehr viel mehr Angst. Der zeitliche Abstand und das
Erleben des Aufwachsenes von Hanna hat uns dann ruhiger gemacht, bei Celina
habe ich viel Sachen so gemacht wie ich es für richtig hielt.
Da ich lange aus beruflichen Gründen nicht im Forum war jetzt erst meine
Antwort....
Wenn du magst kannst du dich gerne mal bei mir melden, wir können auch mal
telefonieren.
Liebe Grüße
Manuela Krebs
gepshessen@aol.com

Luna(R)

24.01.2012,
19:28 Uhr

@ Sascha
 

Sids weiter Kinder?

Hallo,
unser erster Sohn ist vor fast drei Jahren an SIDS verstorben. Wenige Monate später war ich wieder schwanger und trotz aller Angst, die wir in der ersten Zeit um unseren zweiten Sohn hatten: Wir sind super froh, dass wir uns ein weiteres Kind zugetraut haben. Er wird bald zwei und entwickelt sich toll, bringt uns oft zum Lachen, das Leben mit ihm ist einfach nur schön. Im ersten Jahr hatten wir einen Monitor, das hat ein bisschen geholfen, es gab zum Glück nie einen echten Alarm. Und mit der Zeit ist das Vertrauen gewachsen, dass Felix bei uns bleibt.
Liebe Grüße
Luna

Hildegard Jorch(R)

E-Mail

Münster,
25.01.2012,
02:28 Uhr

@ Sascha
 

Sids weiter Kinder?

Hallo Sascha,
seit über 20 Jahren begleite ich jetzt Eltern, die Kinder an SID verloren haben oder Kinder in leblosem Zustand gefunden haben und sich dann doch noch für weitere Kinder entschieden haben. Ich möchte Dir auch Mut machen dazu. Aber laß Dich nicht zwingen oder drängen; es wird die Zeit von selber kommen, dass der Wunsch nach einem weiteren Kind größer wird als die Angst davor, es zu verlieren und noch einmal so Schlimmes durchzumachen. Wartet einfach ab! Bei manchen Eltern ist dieser Wunsch nach einem weiteren Kind schon sehr schnell nach dem Tod des verstorbenen Kindes da, bei anderen dauert es länger. Aber die meisten Eltern entscheiden sich dann doch für ein weiteres Kind. Die Schwangerschaft und auch die Zeit danach ist sicher von zwiespältigen Gefühlen geprägt: einerseits von großer Freude auf den neuen kleinen Erdenbürger, andererseits aber auch von großer Sorge und zunächst immer wieder Zweifel an Vertrauen in die Zukunft und damit auch von Angst. Aber jeder Tag, der gut läuft, läßt das Vertrauen in den normalen Alltag wieder wachsen; und das ist sehr gut so.
Also: habt einfach Geduld und Mut mit Euch und Euren Gefühlen, geht behutsam mit Euch um, laßt Euch Zeit; die Zeit läßt Narben über Wunden entstehen, so dass sie erträglich werden und die Angst vor neuen kleiner. Ich wünsche Dir und Deiner Frau und Deinen anderen Kindern dazu Kraft und Hoffnung!

Liebe Grüße aus Münster

Hildegard Jorch

---
Präsidentin der GEPS- Deutschland e.V.
Vorsitzende der GEPS-NRW e.V.

zurück zur Übersicht
Baum-Ansicht  Tabellen-Ansicht
GEPS - Gesprächs - Forum | Kontakt | Impressum
5952 Einträge in 1127 Gesprächsfäden, 1004 registrierte Benutzer, 11 Benutzer online (0 registrierte, 11 Gäste)
Script by Alex  ^