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silvana(R)

12.01.2012,
23:02 Uhr
 

Organentnahme (Trauer)

Mein Sohn Finnley wurde am 11.02.10 geboren und starb nur 13 Tage nach der Geburt am plötzlichen Säuglingstod am 24.02.10.
Wir erfuhren 5 Monate nach dem Tod durch Akteneinsicht, dass meinem Sohn die kompletten Organe Herz und Gehirn bei der Obduktion entnommen wurden.

Wir wurden weder darüber aufgeklärt, dass das gemacht wurde noch um Einverständnisserklärung gefragt noch sagte uns der Obduzierer damals bei einem persönlichen Gespräch etwas über die Organentnahme.

Ich komme jetzt nach fast 2 Jahren immer noch nicht darüber hinweg, es tut so weh. Ich habe noch zwei Kinder, einen Sohn 7 Jahre alt und eine Tochter 4 Jahre alt.

Ich weiß nicht ob das schon mal Thema im Forum war hab im erten Augenblick nichts darüber gefunden, aber kann mir vielleicht jemand helfen? Hat jemand damit Erfahrung gemacht? Das darf man doch nicht mit uns machen. Wir haben unseren Sohn beerdigt im Glauben, dass alles "komplett" ist und nun mussten wir sowas schreckliches erfahren. Kann man denn die Leute nicht verklagen oder eine Entschuldigung erwarten?

Ich habe schon mal über einen Anwalt was probiert ohne Erfolg bzw. es kostet ja sehr viel Geld wenn man kein Rechtschutz hat. Oder er will uns nicht helfen, ich weiß es nicht.

Ich brauche Hilfe, ich habe schon schlaflose Nächte.

Danke
LG
Silvana

Lustikus(R)

12.01.2012,
23:13 Uhr

@ silvana
 

Organentnahme

Hallo,

also soweit ich weiß, ist bei einer Obduktion eine komplette Organentnahme eher unüblich, aber durchaus erlaubt. Wir hatten bei unserem auch eine Obduktion, da wurden aber nur Gewebeproben entnommen.

Ich denke das wird hier schwierig zu beantworten sein, denn der Sinn der Obduktion ist, die Todesursache herauszufinden. Leider werden heute viele Kinder umgebracht (ersticken, schütteln etc.), so dass sie da schon genau nachsehen. Was letztendlich dafür nötig ist und was nicht entscheiden die Chirurgen bei der Obduktion.

Bevor Du irgend jemandem da eine Schuld in die Schuhe schiebst, würde ich mich mit dem leitenden Arzt unterhalten, der die Obduktion geleitet hat. Ich könnte bei uns alle Informationen bekommen die ich brauche, das sollte normalerweise bei euch auch kein Problem sein.

Liebe Grüße und viel Kraft!
Stefan

silvana(R)

12.01.2012,
23:20 Uhr

@ Lustikus
 

Organentnahme

Hallo Stefan,

na wir haben mit dem Arzt gesprochen, der hatte es uns ja beim persönlichen Gespräch kurz nach dem Tod verschwiegen gehabt. Er hat nur von Gewebeproben gesprochen.

Er schiebt wiederum die Schuld auf die Staatsanwaltschaft und umgekehrt. Wir kommen also nicht wirklich weiter. Der Leichnam war ja erst freigegeben worden, nachdem die Obduktion gemacht wurde und Plötzlicher Kindstod diagnostiziert wurde. Spätestens da hätte man uns doch aufklären müssen.

Ich finde es nicht normal das man uns das verschwiegen hat. Der Schmerz der nach diesen 5 Monaten hochkam kann man gar nicht beschreiben. Es lässt mich /uns heute noch nicht los.

stern(R)

E-Mail

13.01.2012,
15:16 Uhr

@ silvana
 

Organentnahme

Hallo Silvia & Stefan

Ich habe gedacht bei jeder Obduktion werden alle Organe entnommen ? Der Optische Befund danach werden Gewebeproben entnommen danach werden die Organe wieder eingesetzt . Aber die Organe werden doch nicht entnommen und nicht wieder eingesetzt ! ?

Was klar ist das alles mit den eltern besprochen und abgesprochen werden muss . Aber wie auch Stefan sagt es gibt auch Eltern die krank sind daher sollte alles genau untersucht werden.

Die Vorstllung hat mir damals das Herz zerrissen aber mein Freund sein Daddy hat mir auch gesagt es ist wichtig unser Sohn war auch nicht mehr in seinem Körper er war oben bei den Engeln .

und auch ich wünsche euch beiden viel kraft LG Janine

silvana(R)

13.01.2012,
21:51 Uhr

@ stern
 

Organentnahme

Liebe Janine,

ich heiß Silvana....nicht Silvia!!!

Ich hab mich wohl nicht verständlich genug ausgedrückt.
Meinem Sohn wurden bei der Obduktion die Organe Herz und Gehirn entnommen und NICHT wieder EINGESETZT. Das bedeutet, wir haben ihn ohne Wissen beerdigt und die Organe Herz und Gehirn waren nicht im Körper. Das erfuhren wie erst 5 Monate später.

Der Obduzierer sagte damals nur dass alles eingesetzt worden sei und nur Gewebeproben entnommen wurden "Erbsengroß". Das dass komplette Herz und Gehirn entnommen und nicht wieder eingesetzt worden ist hat er uns verschwiegen.

Wir haben erst ein Jahr nach der Bestattung eine Nachbestattung der Organe vornehmen können. Also ich hoffe ich konnte es jetzt verständlicher ausdrücken.

Wem ist sowas noch passiert oder hat damit Erfahrung?

Mit uns wurde absolut nix abgesprochen.

Das macht mich fix und fertig, ich meine Obduktion muss sein, aber man kann doch nicht einfach Organe entnehmen und sie zu Forschungszwecken verwenden wollen ohne die Eltern zu fragen oder?

LG
SILVANA

stern(R)

E-Mail

13.01.2012,
23:49 Uhr

@ silvana
 

Organentnahme

Liebe SILVANA

Entschuldige als ich es gepostet habe habe ich auch gesehen das ich leider einen falschen namen geschrieben habe SORRY!Und man kann es leider nicht ändern .


Das was mit eurem Sohn passiert ist tut mir sehr leid das sie nicht mit euch gesprochen haben es ist unfassbar !!!

LG Janine noch mal sorry wegen deinem namen

silvana(R)

14.01.2012,
09:00 Uhr

@ stern
 

Organentnahme

Hallo Janine,

dass mit meinem Namen war gar nicht bös oder so gemeint, kein Grund sich dafür zu entschulidgen.

Ja unfassbar ist es, da hast du recht. Es zerreist mir jeden Tag aufs Neue das Herz.

Ich bin so machtlos...

Lustikus(R)

15.01.2012,
22:53 Uhr

@ stern
 

Organentnahme

» Hallo Silvia & Stefan
»
» Ich habe gedacht bei jeder Obduktion werden alle Organe entnommen ? Der
» Optische Befund danach werden Gewebeproben entnommen danach werden die
» Organe wieder eingesetzt . Aber die Organe werden doch nicht entnommen und
» nicht wieder eingesetzt ! ?
»
» Was klar ist das alles mit den eltern besprochen und abgesprochen werden
» muss . Aber wie auch Stefan sagt es gibt auch Eltern die krank sind daher
» sollte alles genau untersucht werden.
»
» Die Vorstllung hat mir damals das Herz zerrissen aber mein Freund sein
» Daddy hat mir auch gesagt es ist wichtig unser Sohn war auch nicht mehr in
» seinem Körper er war oben bei den Engeln .
»
» und auch ich wünsche euch beiden viel kraft LG Janine

Hallo,

also eigentlich ist es unlogisch, die Organe komplett zu entnehmen. Überleg dir mal den Aufwand... sie nehmen Proben von Organen, um Krankheiten auszuschließen, dafür reichen bereits kleinste Stückchen aus. Das machen sie eben halt mit kleinen Schnitten und holen nicht die ganzen Organe raus (NORMALERWEISE).
Anscheinend gibt es aber auch unter diesen Chirurgen "Schlächter" denen alles egal ist. Ich meine klar haben die Abstand zu dem Toten, sie DÜRFEN sich dem nichts annehmen, sonst sind sie falsch im Beruf. Aber auch diese Leute versuchen in der Regel mit möglichst wenig Schaden anzurichten die Proben zu entnehmen, vor allem bei Kindern (wie gesagt es gibt auch Ausnahmen!).

Machen kann man da meines Wissens nichts, es ist ja ein zertifizierter "Betrieb" und die Obduktion wurde von der Staatsanwaltschaft angeordnet... nett ist so eine Vorgehensweise natürlich trotzdem nicht!

LG
Stefan

Hildegard Jorch(R)

E-Mail

Münster,
16.01.2012,
01:24 Uhr

@ silvana
 

Organentnahme

Hallo Silvana,
das Thema ist nicht neu hier. Wir haben als Elternselbsthilfe schon vor über 10 Jahren heftige Diskussionen in der Politik, bei Staatsanwaltschaften, Rechtsmedizinern, in Presse, Fernsehen und Radio ausgelöst. Es gab dazu sogar eine 20minütige Bundestagsdebatte ohne endgültige Entscheidung. Schau mal unsere Stellungnahme dazu in www.geps.de unter Stellungnahmen an.
Rechtlich ist dazu leider immer noch nichts endgültig geklärt, und damit sind unsere Wünsche und Forderungen als Elternselbsthilfeorganisation diesbezüglich immer noch die gleichen. Es gibt rechtsmedizinische Institute, die der Meinung sind, dass für eine umfassende aussagekräftige Untersuchung die Organentnahme von Herz und Gehirn und weitergehende Fixierung über ca. 14 Tage notwendig ist, anderen reicht eine Gewebeprobe.
Eine Obduktion ist prinzipiell erst einmal sehr sinnvoll, um etwaige Erkrankungen, durch die ein Kind gestorben sein könnte, grundsätzlich auszuschließen. Dies ist sicher auch wichtig für Geschwisterkinder, die bereits in der Familie sind oder auch eventuell nachfolgende Kinder, oder sogar für die Eltern selber, wenn man an Erkrankungen denkt, die auch genetisch vererbbar sind und u.U. bis dahin noch nicht bei den Eltern erkannt wurden.
Im Zuge der neuen Obduktuionsgesetzgebung in Bremen hoffen wir auf ein standardisiertes Vorgehen für alle Kinderobduktionen diesbezüglich, auch im Umgang mit den Eltern.

In welchem Institut wurde Euer Sohn denn obduziert?
Bitte ruf mich mal an, dann können wir über alles genauer sprechen 0251/862011.

Ganz liebe Grüße aus Münster

Hildegard Jorch

---
Präsidentin der GEPS- Deutschland e.V.
Vorsitzende der GEPS-NRW e.V.

gataki2002(R)

17.01.2012,
15:43 Uhr

@ silvana
 

Organentnahme

» Mein Sohn Finnley wurde am 11.02.10 geboren und starb nur 13 Tage nach der
» Geburt am plötzlichen Säuglingstod am 24.02.10.
» Wir erfuhren 5 Monate nach dem Tod durch Akteneinsicht, dass meinem Sohn
» die kompletten Organe Herz und Gehirn bei der Obduktion entnommen wurden.
»
» Wir wurden weder darüber aufgeklärt, dass das gemacht wurde noch um
» Einverständnisserklärung gefragt noch sagte uns der Obduzierer damals bei
» einem persönlichen Gespräch etwas über die Organentnahme.
»
» Ich komme jetzt nach fast 2 Jahren immer noch nicht darüber hinweg, es tut
» so weh. Ich habe noch zwei Kinder, einen Sohn 7 Jahre alt und eine Tochter
» 4 Jahre alt.
»
» Ich weiß nicht ob das schon mal Thema im Forum war hab im erten Augenblick
» nichts darüber gefunden, aber kann mir vielleicht jemand helfen? Hat jemand
» damit Erfahrung gemacht? Das darf man doch nicht mit uns machen. Wir haben
» unseren Sohn beerdigt im Glauben, dass alles "komplett" ist und nun mussten
» wir sowas schreckliches erfahren. Kann man denn die Leute nicht verklagen
» oder eine Entschuldigung erwarten?
»
» Ich habe schon mal über einen Anwalt was probiert ohne Erfolg bzw. es
» kostet ja sehr viel Geld wenn man kein Rechtschutz hat. Oder er will uns
» nicht helfen, ich weiß es nicht.
»
» Ich brauche Hilfe, ich habe schon schlaflose Nächte.
»
» Danke
» LG
» Silvana

Hallo Silvana,

unser Sohn ist vor einer Woche gestorben. Wir möchten auch gerne den Obduktionsbericht lesen. Haben Sie das über den Rechtsanwalt erreicht? Uns wurde gesagt, dass wir an die Staatsanwaltschaft heran treten müssen.
Danke für die Antwort.
LG Tatjana

Hildegard Jorch(R)

E-Mail

Münster,
17.01.2012,
17:43 Uhr

@ gataki2002
 

Organentnahme

Hallo Tatjana,
erst einmal mein ganz herzliches Beileid für Euch. Wenn Ihr Hilfe braucht (Gestaltung,Regelung der Beerdigung, Umgang mit dem Umfeld, Geschwisterkindern), könnt Ihr Euch auch gern direkt über das Telefon an mich wenden 0251/862011
Nun zu Deiner Frage: Prinzipiell ist das richtig => der Staatsanwalt entscheidet über das weitere Vorgehen mit dem Obduktionsbericht, und es gibt Staatsanwaltschaften, die ihn dann auf Anfrage dem Kinderarzt zukommen lassen. Das macht auch Sinn, denn er enthält so viele Fachausdrücke, dass es gut ist, sie sich von einem Arzt erklären zu lassen. Es ist aber auch möglich, den Obduktionsbericht mit dem Arzt zu besprechen, der die Obduktion durchgeführt hat. Dazu sind die meisten rechtsmedizinischen Institute auch bereit, wenn die Staatsanwaltschaft Ihnen die Erlaubnis dazu ausgesprochen hat und die sie oft sich für ein solches Gespräch selber einholen.

Solltest Du dazu noch Fragen haben, ruf mich auch einfach an. Das läßt sich am Tel. leichter klären.

Viel Kraft in dieser sehr schweren Zeit wünscht Dir von ganzem Herzen

Hildegard Jorch

---
Präsidentin der GEPS- Deutschland e.V.
Vorsitzende der GEPS-NRW e.V.

silvana(R)

18.01.2012,
10:57 Uhr

@ gataki2002
 

Organentnahme

Hallo Tatjana,

wir haben nach ungefähr 3 Wochen nach der Obduktion mit dem Obduzierer gesprochen. Er hat uns das alles gut erklärt, nur halt verschwiegen, dass die Organe entnommen wurden und NICHT wieder eingesetzt wurden.
Damals als es rauskam meinte er nur, er wolle uns nicht damit belasten. Und hat es uns deshalb verschwiegen. Was für einen Hass wir auf diesen Menschen habe, denke ich muss ich nicht erwähnen. Jedesmal wenn ich darüber schreibe zerreist es mir das Herz. Es tut sehr weh.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich die Akte nie bei der Staatsanwaltschaft angefordert hätte, dann wüsste ich 1. nicht dass die Organe entnommen wurden und 2. hätte ich sie nicht mehr nachbestatten können, denn die werden nur 1 Jahr lang aufgehoben und dann entsorgt. Aber ich denke, dass sie zu Forschungszwecken verwendet worden wären.

Liebe Frau Jorch: Ich rufe Sie Ende dieser Woche noch an und bedanke mich schon mal für das Angebot. Auch wenn es mir schwer fällt am Telefon darüber zu reden. Oder generell darüber zu sprechen. Aber ich bin sehr interessiert an einem Telefongespräch mit Ihnen.

Jamila(R)

E-Mail

14.02.2012,
00:10 Uhr

@ silvana
 

Organentnahme

» Mein Sohn Finnley wurde am 11.02.10 geboren und starb nur 13 Tage nach der
» Geburt am plötzlichen Säuglingstod am 24.02.10.
» Wir erfuhren 5 Monate nach dem Tod durch Akteneinsicht, dass meinem Sohn
» die kompletten Organe Herz und Gehirn bei der Obduktion entnommen wurden.



Hallo Silvana,

mir erging es so ähnlich. Mein Sohn wurde auch obduziert (wollte ich auch). Ich besitze medizinische Kenntnisse und habe, ein paar Wochen nach dem Tod meines Kindes, das Obduktionsprotokoll bei der Staatsanwaltschaft angefordert. Zu dem Zeitpunkt war mein Kind, genauso wie deines, auch schon beerdigt gewesen. Die Familie und Freunde, wir alle, haben nach der Freigabe des Leichnams (= nach der Obduktion) ,beim Bestatter, uns nochmals von ihm verabschiedet. Genauso wie ihr, in dem Glauben, das Kind sei "komplett" an uns wieder zurückgegeben worden. Ich habe damit gerechnet, dass Proben zurückbehalten worden waren. Das wäre für mich OK gewesen. Dann lese ich aber "...das Gehirn INSGESAMT in Formalin asserviert". Hilfe! Mein Kind lag "hohl" vor mir als ich mich von ihm verabschiedete! Das Gehirn ist für mich DAS Organ. Das hat mein Kind ausgemacht! Seine Gedanken, sein Wesen darzustellen wurden dadurch möglich (mein Kind war 2 Jahre als es starb). Dann kamen die Gedanken. Ist das Gehirn meines Kindes jetzt Staateigentum? Kann ich es zurückfordern? Wenn nicht, was passiert damit? Ich möchte nicht , dass das Gehirn meines Kindes, wie Müll, einfach beseitigt wird! Ich sah schon Bilder vor mir, wie irgendein Medizin-Student im 1. Semester, den Auftrag bekommt die alten Gläser zu "flutsch"/ entsorgen- im dem Container für medizinisches organisches Abfall. Grausam! Ich traute mich nicht selbst bei der Staatsanwaltschaft anzurufen. Ich wandte mich stattdessen an meinem Bestatter. Für ihn war das auch Neuland. Er hat sich aber ins Zeug gelegt und sich erkundigt und konnte durch Anträge, die Herausgabe des Organs ,nach etwas Wartezeit, ermöglichen. Leider ist die Liege-/Lagerzeit normalerweise ziemlich lang, meistens 1 Jahr. Das entscheidet die Staatsanwaltschaft (die Anfrage, das Organ herauszugenben, um es nachzubestatten, ist für die Staatsanwaltschaft nicht neu. Nur den Bestattern ist es nicht alltäglich). Bei uns ging es schneller und wir konnten unser Sohn das letzte, was noch zu ihm gehört hat,so wie bei euch, nachbestatten. Das hat mich sehr beruhigt. Er ist jetzt "komplett". ICH musste allerdings dafür sorgen! Uns hat keiner gefragt oder aufgeklärt! Das ist das einzige , was mich noch etwas ärgert. Wir werden Opfer festgelegte Vorgänge, wo das Mitgefühl oder Mitspracherecht der Angehörige nicht beachtet wird. Wir Betroffene, sind da ziemlich machtlos, weil wir unwissend unwissend sind. Ich habe nicht das Geld zum Rechtsanwalt zu gehen. Es wird wahrschienlich so bleiben wie es ist...

GEPS-Eltern kann man daher nur den Rat geben aufzupassen und alles genau nachzulesen oder zu erfragen. Jetzt wisst ihr leider Bescheid.

Das, was mich noch beschäftigt, liebe Silvana, ist dein Hilferuf (...schlaflose Nächte). Was können wir für dich tun? Was quäalt dich so? Ich habe, wie schon gesagt, mein Frieden gefunden. Ich konnte verhindern, dass das Organ meines Kindes "entsorgt" wird. Wenn du keine Ruhe finden kannst, solltest du vielleicht Hilfe durch psychotherapeutische Gespräche holen. Entweder proffisionell oder in einer Trauerberatungsstelle in deiner Nähe. Die Freunde und Familie sind leider bei solchen Gesprächsthemen ungeeignet. Sie finden die Gedankengänge absurd und kommen schlechtenfalls mit irgendwelche Trostsprüche, die eigentlich nur noch mehr verletzen.
Ich wünsche dir viel Kraft bei der Suche nach deinem Frieden. Fühl dich gedrückt.

Liebe Grüße Jamila
NRW

silvana(R)

20.03.2012,
14:52 Uhr

@ Jamila
 

Organentnahme

@ Jamila, könnten wir irgendwie in Kontakt treten (e-mail)????[b][/b]

Jamila(R)

E-Mail

01.04.2012,
21:00 Uhr

@ silvana
 

Organentnahme

» @ Jamila, könnten wir irgendwie in Kontakt treten (e-mail)????[b][/b]

Hallo Silvana, gerne jederzeit! Du kannst dich einfach über das email-Formular melden. Sorry, dass ich Deine Nachricht so spät lese aber ich war in letzter Zeit sehr beschäftigt und war deswegen auch nicht in Forum. LG Jamila

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