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Norma 1

E-Mail

01.08.2005,
22:40 Uhr
 

Trauer um Justin (Trauer)

Hallo! heute ist mal wieder so ein Tag,mein Sohn Justin ist in der Nacht zum 21.Oktober 1994 am plötzlichen Kindstod verstorben.Aber selbst nach sovielen Jahren gibt es immer wieder Tage die ganz besonders schlimm sind.Ich heise Norma und bin 42 Jahre alt und hatte eigentlich 5 Kinder vor 19 Jahren bekamen wir Zwillinge wo eins 2 Tage nach der Geburt starb,man konnte nie richtig klären was eigentlich passiert war.Als ich 7 Jahre später wieder schwanger war ,war die Freude groß.Meine 3 Großen Kinder damals 12,11 und 7 Jahre waren total begeistert über das Nesthäckchen ,aber die Schwangerschaft verlief zum Ende sehr kompliziert,und Justin wurde 4 Wochen zu früh per Kaiserschnitt entbunden. In den letzten Wochen vor der Entbindung tauchten immer mehr Schauergeschichten auf,erst hieß es er hat keine Beine ,dann wieder er hat einen schweren Herzfehler oder vielleicht auch Wasser im Kopf.Ich wurde von oben bis unten durchgecheckt ,aber dann als er endlich da war ,war alles da wo es sein sollte und er wog 3780 Gramm und war putzmunter.Im Krankenhaus wurde er dann beatmet weil er Schwierigkeiten mit den Lungen hatte ,aber als ich nach 10 Tagen entlassen wurde konnten wir Justin mitnehmen.Er wurde regelmäßig vom Kardiologen untersucht und dieser sagte das wir uns keine Sorgen machen brauchen.Am Tag vor seinem tod war ich noch zu einer U-Untersuchung und der Kinderarzt war total begeistert wie putzmunter er war,nebenbei bemerkte er das der Kleine vielleicht einen Schupfen bekommt weil er etwas komisch atmet,aber seine Worte waren Mutter mach dir keene Sorgen.Dieser Satz ist Monatelang durch meinen Kopf gegeistert,was wäre wenn gewesen und hätte ich was anders machen können.Ich habe Justin morgen um halb fünf in seinem Bett gefunden ,dieser Tag veränderte mein ganzes Leben ,mein Mann hat sich 5 Jahre später das Leben genommen weil er nicht drüber reden konnte ,es war der 7. Versuch ,er wollte zu keiner Selbsthilfegruppe und seine Familie hatte überhaupt kein Verständnis für sein Leiden ,jeder hielt Abstand und ich glaube das diese Ausgrenzung ihn das Leben gekostet hat.Ich hatte während dieser Zeit damit zu tun meine Kinder und meinen Mann zu trösten und über die Runden zu bringen .Im Jahr 2000 wog ich dann nur noch 43 Kilo bei 1,76 cm Größe,aber inzwischen bin ich wieder verheiratet und meine Kinder sin alle selbstständig und beginnen ihr eigenes Leben .Aber was wird sein wenn Enkelkinder kommen? Aber eins will ich sagen wenn Ihr ein Angebot zum Reden bekomt nutzt es,und wenn Ihr das Bedürfnis habt zu reden sprecht mit anderen Leuten drüber, auch wenn Sie am Anfang befangen oder verschreckt sind ,Ihr werdet merken das es viel Trauer gibt ,aber wenig Leute drüber reden können .Aber wenn einmal das Eis gebrochen ist dann geht es.

Hildegard Jorch(R)

E-Mail

Münster,
23.08.2005,
11:06 Uhr

@ Norma 1
 

Trauer um Justin

Hallo Norma,
so wie du es beschreibst, geht es vielen Eltern, die ein Kind durch den plötzlichen Säuglingstod verloren haben. Auch nach Jahren kommen immer wieder tage, da ist die Trauer plötzlich wieder ganz nah, Stunden, wo man meint, man wird fast verschlungen davon; aber man weiß dann - Gott sei dank aus der Erfahrung - dass auch dieser Tag und solche dunklen schwarzen Stunden nicht mehr lange andauern, dass es ein "kurzes, tiefes Loch" ist, in das man "purzelt", aus dem man aber oft schon am nächsten Tag wieder heraus ist.

Auch wenn der Tod Deiner Lieben nun schon einige Jhre her ist, helfen Gespräche mit anderen, die Ähnliches erlebt haben, immer noch. Daher möchte ich Dich ganz herzlich zu unserem Sommerfest der GEPS-NRW am 27.8.05 nachmittags nach Münster einladen. Ich weiß nicht, wo Du wohnst. Vielleicht hast Du ja Lust und Zeit zu kommen. Dann lass es mich bitte wissen. Ich schicke dir dann per Mail eine Einladung und Wegbeschreibung zu.

Liebe Grüße aus Münster


Hildegard Jorch

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Präsidentin der GEPS- Deutschland e.V.
Vorsitzende der GEPS-NRW e.V.

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